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Arbeiten bei Google – kein Vergnügen?

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In den USA sorgt ein anonymer Blog-Eintrag für Aufsehen. Demnach sind die Arbeitsbedingungen bei Google längst nicht so gut, wie immer wieder behauptet. Beim Autor handelt es sich allem Anschein nach um einen Microsoft-Mitarbeiter, der zuvor bei Google war.

Eigentlich ist Google bekannt dafür, dass die Beschäftigten im so genannten Googleplex – dem Hauptquartier im kalifornischen Mountain View – unter paradiesischen Bedingungen arbeiten können. Zum Rundum-glücklich-Paket gehören beispielsweise drei freie Mahlzeiten im konzerneigenen Gourmet-Restaurant (All you can eat), perfekter technischer Support in jedem Gebäude und jedem Raum, exzellente Sportanlagen, medizinische Betreuung, hochwertige Büroausstattungen, Automaten mit kostenlosen T-Shirts und vieles mehr.

Das Posting, bei dem es sich um eine Q&A-Session handelt, zeichnet indes ein anderes Bild:

  • Die Mitarbeiter befinden sich demnach in der Regel von morgens um zehn bis abends um sechs Uhr am Arbeitsplatz. Fast jeder von ihnen muss rund um die Uhr per E-Mail erreichbar sein. Außerdem wird erwartet, dass abends von zu Hause aus weitergearbeitet wird.

  • Dass Google-Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für persönliche Projekte oder Tüfteleien aufwenden können, ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Die meisten Manager halten ihre Beschäftigten nicht dazu an.

  • Gläserne Büros und Cubicles prägen das Bild am Arbeitsplatz. Platzmangel ist ein Problem: Einige Kollegen sitzen mit ihren Schreibtischen buchstäblich auf dem Korridor.

  • Industrieerfahrung wird von den Google-Personalern nicht honoriert, wohl aber Abschlüsse an Eliteuniversitäten, vor allem der Stanford University.

  • Google zahlt schlechtere Gehälter als Microsoft.

  • Das Angebot im Bereich Krankenversicherung ist bei weitem schlechter als das der Redmonder.

So sieht der typische Google-Arbeitsplatz aus - sagt die Presseabteilung.
So sieht der typische Google-Arbeitsplatz aus - sagt die Presseabteilung.
So sieht der typische Google-Arbeitsplatz aus - sagt die Presseabteilung.
Foto: Google

Der Autor hat seinen Blog mit dem Titel "Just Say 'No' to Google" offenbar übers Wochenende mit Wordpress erstellt. Bislang hat er sich nicht zu Erkennen gegeben, was einige Beobachter vermuten lässt, dass es sich um ein Hoax handeln könnte. "ZDNet"-Mitarbeiterin Mary Jo Foley behauptet indes in ihrem Blog, den Google-Basher zu kennen. Demnach handelt es sich um einen der Gründer des Startups Phatbits, ein Unternehmen, das von Google 2005 gekauft worden war. Vor der Gründung seines Unternehmens soll der Mann bei Microsoft beschäftigt gewesen sein, später soll er dann wieder als Top-Entwickler nach Redmond zurückgekehrt sein.

Der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" zufolge, sind die Anschuldigungen möglicherweise nicht aus der Luft gegriffen. Im vergangenen Herbst hatte das Blatt über Googles ineffizienten Einstellungspraktiken sowie über schlechte Aktienoptions-Vergütungen für Neueinsteiger berichtet. Die Computerworld zitiert außerdem David Goodenough, einen Personalberater aus Seattle, der eine Reihe von Microsoft-Mitarbeitern betreut. Er behauptet, er habe jede Menge Aussagen von Kunden, die bestätigen könnten, dass die Arbeitsbedingungen bei Google schlechter seien als ihr Ruf. (hv)

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