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Internet- und Telefon-Provider suchen das SaaS-Geschäft

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Softwareanbieter und Software-as-a-Service-Spezialisten bekommen Konkurrenz. Auch Web-Hoster und Kommunikationsanbieter wollen sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen abschneiden.

Der Web-Hoster 1&1 kooperiert eng mit SWsoft, um sein Geschäft mit Software-as-a-Service-Angeboten anzukurbeln. SWsoft hat mit dem Application Packaging Standard (APS) eine Lösung entwickelt, mit deren Hilfe Softwarehersteller ihre Produkte einfach in Hosting-Umgebungen integrieren könnten, heißt es in einer Mitteilung (siehe auch: Was Sie über SaaS wissen müssen).

APS definiert ein Paketformat, nach dessen Spezifikation Hersteller ihre Software quasi per Plug&Play für die Nutzung als Service modifizieren können, verspricht SWsoft. Damit verringere sich für Anbieter und Hosting-Provider der Aufwand, Software zur Nutzung via Web-Zugriff bereitzustellen. "Der Standard ist offen, flexibel und leicht zu implementieren", erläutert Sergei Beloussov, CEO von SWsoft. Darüber hinaus bietet der Hersteller ein APS-Zertifizierungsprogramm an, mit dem Independent Software Vendors (ISVs) die Tauglichkeit ihrer Produkte für die Web-Nutzung bestätigen lassen können.

1&1 bietet die APS-Plattform seit Mitte Juni im Rahmen seines Click-n-built-Programms zunächst in den USA an. In der zweiten Jahreshälfte sollen auch in Europa die ersten Angebote starten. Interessierte Anwenderunternehmen können sich unter www.apsstandard.com einen ersten Überblick über das Angebot verschaffen. Noch ist die Liste des Software-Serviceangebots wie auch die Zahl der Hoster überschaubar. Andreas Gauger, Vorstandssprecher der 1&1 AG, verspricht sich jedoch ein "enormes Geschäftspotenzial" in diesem Markt.

Auch der Telekommunikationskonzern British Telecom (BT) streckt seine Fühler in Richtung SaaS-Geschäft aus. Vor wenigen Tagen kündigten die Verantwortlichen an, das bereits intern genutzte Grid-System "AppLogic" der Firma 3Tera auch dafür zu verwenden, SaaS- und Utility-Computing-Angebote aufzusetzen. Damit seien Carrier in der Lage, Applikationen zügig und ohne großen Aufwand für die Nutzung via Web anzubieten, erläuterte Venkat Raju, Senior Strategy Consultant von BT. In der Vergangenheit sei die Modifikation der Anwendungen für das SaaS-Modell meist mit viel Arbeit verbunden gewesen.

Mit dem wachsenden Interesse der Web-Hoster und großen Carrier könnte den SaaS-Pionieren wie beispielsweise Salesforce.com eine neue ernst zu nehmende Konkurrenz erwachsen. Dabei lockt vor allem das Geld. Analysten von IDC gehen davon aus, dass der SaaS-Markt den Anbietern im Jahr 2009 weltweit rund 10,7 Milliarden Dollar einbringen wird.

Derzeit geht es für alle Beteiligten vor allem darum, ihre Claims abzustecken. Dazu bauen beispielsweise die Verantwortlichen von Salesforce.com ihre eigene Plattform kontinuierlich aus. Neben dem eigenen Angebot von Customer-Relationship-Management-Lösungen (CRM) können andere Softwarehersteller unter das Dach der Appex-Plattform schlüpfen. Darüber hinaus sucht der SaaS-Spezialist Koalitionen mit anderen Web-Größen. Zuletzt vereinbarte der Anbieter von Mietsoftware eine Kooperation mit Google (siehe auch: Salesforce.com schließt Pakt mit Google).

Während die Spezialanbieter ihre Geschäfte kontinuierlich ausbauen, tun sich die klassischen Softwarehersteller nach wie vor schwer mit dem SaaS-Modell. Zwar experimentieren Anbieter wie Microsoft und SAP mit entsprechenden Angeboten, jedoch scheinen sie nach wie vor Angst zu haben, ihr klassisches Lizenzgeschäft zu unterminieren. Microsoft bietet demnächst CRM-Software zur Miete an, will sich jedoch nicht weiter dazu äußern, in wie weit das SaaS-Angebot auf andere Bereiche wie Enterprise Resource Planning (ERP) ausgedehnt werden soll (siehe auch: Microsoft legt sich bei On-Demand-ERP nicht fest und Microsoft: Vollständig konfigurierbare SaaS-Software ist noch Zukunftsmusik). SAP hat im Frühjahr mit A1S ein komplettes Hosting-Angebot angekündigt, das Anfang kommenden Jahres starten soll, hält sich aber mit Einzelheiten zum künftigen SaaS-Portfolio noch zurück (siehe auch: SAP: A1s ist mit Salesforce.com nicht zu vergleichen). (ba)

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