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Gartner

Desktop-Virtualisierung wird das nächste große Ding

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Gartner prophezeit der Virtualisierung von Servern und demnächst auch Desktops eine große Zukunft. Allerdings, so warnen die Experten, sollten Anwender dabei mit Bedacht vorgehen.

Die Anzahl der virtuellen Maschinen weltweit soll von 540.000 zu Ende 2006 schon bis zum Jahr 2009 auf über vier Millionen steigen, prognostiziert Gartner - und selbst das sei nur ein Bruchteil des potenziellen Markts.

Bei der Virtualisierung gehe es nicht länger nur um die Konsolidierung von Servern und Storage und Kostensenkung, erklärte der Gartner-Analyst Thomas Bittman beim Infrastructure, Operations and Data Center Summit der Beratungs- und Marktforschungsfirma in Sydney. "Inzwischen geht es wenige um die Technik als um die Veränderung von Prozessen und Kultur in Unternehmen", sagt Bittman. "Virtualisierung ermöglicht alternative Auslieferungsmodelle für Services. Jede virtualisierte Schicht lässt sich relativ unabhängig verwalten und kann sogar jemand anderem gehören - zum Beispiel bei gestreamten Anwendungen oder PC im Besitz der Nutzer. Das kann größere kulturelle Veränderungen erfordern."

Verschiedene Aspekte ließen Virtualisierung in den kommenden Jahren kritisch für die meisten Anwender werden. Es gelte zum einen, Platz- und Energiebedarf, Installation und Integration zu konsolidieren und zum anderen Server-Ressourcen bereitzustellen, die unvorhersehbare Workloads erledigen könnten. "Ende des Jahres wird es Hypervisor-Technik für virtuelle Maschinen quasi kostenlos geben. Die Hardwarehersteller bauen sie in Server ein und die Softwareanbieter in Betriebssysteme, was die Verbreitung noch stärker beschleunigen wird."

Bittman zufolge wird der Trend zur Virtualisierung erhebliche Auswirkungen auf den Server-Markt haben. "Jeder virtuelle Server hat das Potenzial, einen weiteren physischen vom Markt zu nehmen", sagt der Gartner-Mann. "90 Prozent der Nutzer, die dieser Tage virtuelle Maschinen installieren, tun dies, um Kosten für x86-Server, Platzbedarf und Energie zu senken. Wir glauben, dass Virtualisierung den x86-Server-Markt im Jahr 2006 um vier Prozent verringert hat. Und 2009 werden die Auswirkungen erheblich größer sein."

Hinsichtlich der Verwaltung von IT-Infrastruktur habe die Virtualisierung von PCs sogar noch mehr Potenzial als die von Servern, glaubt Bittman. "Die Client-Virtualisierung hinkt vielleicht zwei Jahre hinterher, wird aber viel größer werden", so der Gartner-Mann. "Auf dem PC geht es um Isolierung und darum, eine verwaltete Umgebung zu schaffen, auf die der Endnutzer keinen Einfluss hat. Dies wird dabei helfen, das Paradigma des Managements von Desktop-Rechnern in Unternehmen zu verändern. Der Trend zu Notebooks im Besitz der Mitarbeiter wird damit verwaltbarer, flexibler und sicherer."

Bittman sieht angesichts dessen eine zunehmend klaffendere Schere zwischen der gut und der schlecht verwalteten IT-Infrastruktur. Eine Befragung von 700 Gartner-Kunden vom November 2006 zeige, dass die meisten Unternehmen noch in sehr früheren Reifegraden von IT-Infrastruktur und -Betrieb steckten.

"Virtualisierung ohne gute Verwaltung ist gefährlicher als Virtualisierung von vornherein gar nicht zu verwenden", warnt Bittman. "Automatisierung ist der kritische nächste Schritt für Unternehmen, um Virtualisierungs-Wildwuchs zu verhindern, der nicht viel besser ist als Server-Wildwuchs."

Mithin sollten Anwenderunternehmen eine Vision für ihre eigene Infrastruktur entwickeln und dann einen Plan aufstellen, wie man diese erreichen kann. "Infrastruktur und Operations sind unschlagbar, wenn es um die Fähigkeit geht, IT-Ausgaben, Personal und Geschäftsleistung zu beeinflussen. Trotz allen Geredes ist Infrastruktur noch nicht Commodity geworden. Weil die Hersteller um die Kontrolle über Ihre IT-Infrastruktur wetteifern, hilft Ihnen eine eigene Vision davon, die Kontrolle zu behalten." (tc)

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