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Update: Intershop setzt zum Kahlschlag an

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Der kriselnde E-Commerce-Anbieter Intershop hat nur zwei Tage nach einer schlechten Quartalsbilanz die Restrukturierung eingeleitet. Die Maßnahmen fallen drastisch aus.

Der Intershop Communications AG steht das Wasser bis zum Hals. Weil dem E-Commerce-Spezialisten aus Jena das Bargeld ausgeht, legte das Unternehmen heute Eckpunkte zu einem massiven Restrukturierungsplan vor. Demzufolge wird der Vertrieb in Jena von sechs auf drei Direktionsbereiche reduziert. Ziel sei es, die Management-Kosten zu senken und die Entscheidungswege zu verkürzen. Zudem löst Intershop die Vertriebsstandorte in Frankreich, Italien und Österreich auf. "Alle europäischen Vertriebsaktivitäten ausgenommen Deutschland konzentrieren sich auf das Vertriebsbüro in Belgien", schrieb das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung. Durch die Maßnahmen werden die Personalkosten in den Bereichen Vertrieb und Marketing "erheblich reduziert".

Intershop plant Einsparungen von rund 4,5 Millionen Euro pro Jahr. Genaue Zahlen zur Höhe der Entlassungen wurden nicht genannt. Je nach Management-Ebene, die dem Umbau zum Opfer fällt, ist mit der Streichung von 50 bis 100 Positionen zu rechnen. Insgesamt beschäftige Intershop Ende März 245 Vollzeitkräfte. Weitere Einzelheiten will das Unternehmen am 9. Mai auf der Hauptversammlung bekannt geben.

Das erste Quartal 2007 hatte Intershop mit einem Nettoverlust von 1,4 Millionen Euro abgeschlossen. Die frei verfügbaren Mittel halbierten sich in den ersten drei Monaten des Jahres von 3,6 Millionen auf nur noch 1,8 Millionen Euro. Die Gesamtliquidität, also liquide Mittel, handelbare Wertpapiere und liquide Mittel mit Verfügungsbeschränkung, schrumpfte von Januar bis März von 11,2 Millionen auf 8,1 Millionen Euro. Für einen Teil der liquiden Mittel gilt eine Verfügungsbeschränkung, da sich Intershop und der Vermieter des Firmensitzes rechtlich auseinandersetzen. Eine Sprecherin des E-Commerce-Spezialisten schloss am Vormittag erneute Kapitalmaßnahmen zur Stärkung der Liquidität nicht aus. Jedoch sei diesbezüglich noch keine Entscheidung gefallen. (ajf)

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