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Dauerkrise: Intershop geht das Bargeld aus

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Der E-Commerce-Pionier Intershop hat nach neuerlichen Verlusten angekündigt, seine Kosten zu senken. Gelingt dies nicht, geht dem Unternehmen im Sommer das Geld aus. Auch Kapitalmaßnahmen zur Rettung werden nicht ausgeschlossen.

Die Intershop Communications AG hat nach schwachen Zahlen zum ersten Quartal 2007 angekündigt, ihre Kosten "deutlich" zu senken. Betroffen seien vornehmlich die Bereiche Vertrieb und Marketing. Eine Sprecherin von Intershop bestätigte, dass die Strukturen des E-Commerce-Anbieters derzeit "durchleuchtet" werden. Konkrete Maßnahmen seien noch nicht beschlossen worden. Allerdings gehe sie davon aus, dass es nicht zu Entlassungen im großen Maßstab kommen werde. Die Details sollen bis zur Intershop-Hauptversammlung am 9. Mai feststehen.

Mit einem Nettoverlust von 1,4 Millionen Euro hat Intershop das erste Quartal abgeschlossen. Bedenklich ist dabei die Tatsache, dass sich die frei verfügbaren Mittel in den ersten drei Monaten des Jahres von 3,6 Millionen auf 1,8 Millionen Euro halbiert haben. Gelingt dem Unternehmen keine Trendwende, bricht im Sommer die heiße Phase an. Die Gesamtliquidität, also liquide Mittel, handelbare Wertpapiere und liquide Mittel mit Verfügungsbeschränkung, schrumpfte von Januar bis März von 11,2 Millionen auf 8,1 Millionen Euro. Für einen Teil der liquiden Mittel gilt eine Verfügungsbeschränkung, da sich Intershop und der Vermieter des Firmensitzes rechtlich auseinandersetzen. Die Sprecherin des E-Commerce-Spezialisten schloss erneute Kapitalmaßnahmen zur Stärkung der Liquidität nicht aus. Jedoch sei diesbezüglich ebenfalls noch nichts entschieden.

In den vergangenen Wochen hatte Intershop mit Querelen im Aufsichtsrat und dem Abgang des Vorstandschefs Jürgen Schöttler zu kämpfen. Seit Anfang April ist der Vorstand wieder komplett. Die seit gut einem Jahr verfolgte Strategie, sämtliche Prozesse des elektronischen Handels anzubieten, wird fortgesetzt. Referenzkunde der Firma ist der Strumpfkonzern Wolford aus Bregenz. Einzig positive Meldung des ersten Quartals: Der Gesamtumsatz von Intershop stieg im Vorjahresvergleich um 20 Prozent auf 6,1 Millionen Euro. (ajf)

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