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DoubleClick startet "Börse" für Web-Werbung

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Der Internet-Vermarkter DoubleClick will eine "Börse" für Kauf und Verkauf digitaler Werbemittel starten.

Das berichtet die "New York Times". Aus Sicht von Branchenkennern könnte DoubleClick mit dem neuen Dienst ein noch attraktiveres Übernahmeziel werden.

DoubleClick startete im Jahr 1996 als Pionieranbieter für die Platzierung von Banner-Werbung online. Es hat sich mittlerweile zu einem Dienstleister entwickelt, der - separat - sowohl Käufer als auch Verkäufer von digitaler Werbung bedient.

Werbeagenturen und Medien-Managern hilft es dabei, Werbung online zu platzieren und die Effektivität von Kampagnen zu messen. Für Web-Publisher liefert DoubleClick die Banner auf deren Seiten aus und verkauft Software, um den verfügbaren Werbeplatz optimal auszunutzen.

Beide Seiten will DoubleClick nun auf seiner neuen Börse zusammenbringen. Sie können dort an Auktionen für Werbeplatz teilnehmen. Das Unternehmen sieht darin großes Wachstumspotenzial und hofft, bereits in fünf Jahren den Löwenanteil seines Umsatzes damit einzufahren. "Wir haben schon die größten Verkäufer und die größten Käufer", erklärte Firmenchef David Rosenblatt. "Dies wird sie zum ersten Mal verbinden."

Rosenblatt beschrieb den neuen Service als einen Mix aus eBay und Sabre (das Fluglinien-Reservierungssystem für Reisebüros). Werbetreibende können sehen, was Wettbewerber für bestimmte Anzeigen bieten, so wie auch eBay-Kunden frühere Gebote einsehen können. Und Publisher können versuchen, ihre freien Werbeplätze so teuer wie möglich zu verkaufen, so wie das auch Fluglinien mit ihren Sitzplätzen machen.

"Der Wert unserer Firma hängt einzig und allein von unserer Fähigkeit ab, die Einnahmen unserer Kunden zu maximieren", sagt CEO Rosenblatt.

Für Tests der neuen Werbungsbörse, die im dritten Quartal in Betrieb gehen soll hat DoubleClick 35 Web-Publisher, Werbenetze, Agenturen und Unternehmen gewinnen können. Dazu gehören Advertising.com und das zu Havas gehörende Media Contacts. Verdienen will DoubleClick selbst an Gebühren, die anteilig für jede über das neue System gehandelte Ad Impression anfallen.

Web-Publishern will DoubleClick laut "New York Times" übrigens das Recht einräumen, Werbung auf ihren Seiten auch anonym feilzubieten. So mancher möchte vielleicht nicht, dass Werbetreibende mitbekommen, dass er Werbung über die DoubleClick-Börse günstiger verkauft als in traditionellen Verhandlungen. Auch "private" Auktionen für nur geladene Agenturen und Werbetreibende sollen möglich sein.

Das "Wall Street Journal" hatte kürzlich berichtet, DoubleClick stehe zum Verkauf und verhandele darüber mit unter anderem Microsoft und Google. Der aktuelle Mehrheitseigner, Hellman & Friedman aus San Francisco, hatte DoubleClick 2005 für 1,1 Milliarden Dollar gekauft und will nun dem Vernehmen nach mehr als zwei Milliarden Dollar für die Company einstreichen. (tc)

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