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Intel fehlen wichtige E-Mails für Kartellklage von AMD

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Intel hat erklärt, dass es möglicherweise nicht alle E-Mails beibringen kann, zu deren Aufbewahrung es spätestens nach der Kartellklage des Wettbewerbers AMD vom Juni 2005 verpflichtet gewesen wäre.

Der Intel-Anwalt Richard Horowitz, Partner bei der Kanzlei Potter, Anderson & Coroon, schrieb an den für das Verfahren zuständigen US-Bezirksrichter Joseph Farnan, es fehlten eine Reihe interner E-Mails, obwohl sich Intel bemüht habe, das Beweismaterial zu sichern. "Intel nimmt diese Angelegenheit sehr ernst. Es bedauert ausdrücklich, dass dies passiert ist", heißt es in dem Schreiben.

Laut Horowitz ist menschliches Versagen Schuld an den verschwunden Mails. Intel-Mitarbeiter hätten beispielsweise trotz ausdrücklicher Aufforderung nicht alle Nachrichten aus ihren "Gesendet"-Ordnern auf ihre Festplatte gesichert und fälschlicherweise angenommen, die Mails würden auf dem Server gesichert (was nicht der Fall war; dort wurden sie nach 35 Tagen automatisch gelöscht). Außerdem seien "hunderte von Mitarbeitern" von Intel nicht rechtzeitig darüber informiert worden, dass sie ihre Mails sichern müssten. Die fraglichen E-Mails wurden "primär" nach Einreichung von AMDs Kartellklage im Juni 2005 erzeugt. Es könnten aber auch früher geschriebene Nachrichten fehlen, so Horowitz weiter.

Advanced Micro Devices ist angesichts dessen verständlicherweise aufgebracht. "Es hat den Anschein, als habe Intel durch eine Kombination massiver Kommunikationsfehler, eines unausgereiften Planes zur Sicherung von Dokumenten und mangelnder Kontrolle durch externen Rechtsbeistand zugelassen, dass Beweismaterial vernichtet wurde", erklärte AMD in einer Stellungnahme. "Alles, was schief gehen konnte, ist schief gegangen." AMD und Intel werden die Probleme bei einem Status-Meeting am 7. März besprechen. AMD hat bereits gefordert, dass Intel bis spätestens zum 21. März seine Probleme bei der Dokumentenaufbewahrung genau erläutern soll.

AMD wirft Intel in seiner Kartellklage vor, es habe durch illegale Methoden seine monopolistsche Stellung im PC-Prozessormarkt aufrechtzuerhalten versucht und dabei insgesamt 38 Hardwarehersteller genötigt, ausschließlich Intel-Prozessoren zu verwenden oder keine AMD-Chips mehr zu nutzen und zu promoten. Dazu habe Intel die Unternehmen zu Exklusivverträgen gezwungen oder ihnen massive Rabatte versprochen, wenn sie AMD entsagten. Die im US-Bundesstaat Delaware anhängige Klage betrifft Intels Geschäft in Nordamerika, Europa und Asien. Sie basiert zum Teil auf Ergebnissen, die eine frühere Kartelluntersuchung in Japan im Frühjahr 2005 ans Licht gebracht hatte.

AMD hat unabhängig davon eingeräumt, dass es im laufenden Quartal (Ende: 31. März) nicht die geplanten 1,6 bis 1,7 Milliarden Dollar Umsatz schaffen werde. Die von Thomson Financial befragten Analysten gehen derzeit im Mittel von Einnahmen von 1,66 Milliarden Dollar aus. Seit Sommer sieht sich AMD, das im vierten Quartal rund ein Viertel des Prozessormarktes für sich hatte beanspruchen können, deutlich verstärktem Konkurrenzdruck von Intel ausgesetzt. Konzernchef Hector Ruiz sagte auf eine Konferenz von Morgan Stanley, seine Firma habe die Nachfrage der großen Computerbauer überschätzt. (tc)

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