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ERP: Sage Bäurer lässt die Boa frei

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Bei "Bäurer Open Access" (Boa) handelt es sich um eine überarbeitete Technikplattform für die ERP-Produktlinien "Bäurer Trade" und "Bäurer Industry". Boa setzt sich aus einem Java-Server, einem Eclipse-Entwicklungswerkzeug sowie einem Java-basierenden Frontend zusammen.

Nach Angaben von Sage Bäurer setzt sich mit Boa der bisher eingeschlagene Entwicklungsfahrplan fort. Verfügte die 2004 vorgestellte "Dynamic"-Technik noch über eine dreischichtige Architektur mit Web-Unterstützung, stützt sich Boa nun auf eine vollständig auf Java aufsetzende, Server-basierende Laufzeitumgebung. Die Unicode-Fähigkeit erlaube es, ERP-Lösungen mit weitaus geringerem Aufwand für mehrere Sprachen, insbesondere solche mit asiatischen Schriftzeichen, zu verwenden, wirbt der Hersteller.

Bäurer entwickelt und vertreibt ERP-Produkte für die Fertigungsindustrie (Industry) und den technischen Handel (Trade). Vergangenes Jahr wurde das Unternehmen von Sage aus Frankfurt am Main für etwas über 23 Millione Euro übernommen (siehe auch ERP-Anbieter Sage wächst kräftig durch Zukäufe und Mit Bäurer drängt Sage in den Mittelstand). Seitdem firmiert das Softwarehaus als Sage Bäurer. Anders als die übrigen Sage-Lösungen wird das Bäurer-Produkt nicht über Partner, sondern direkt vertrieben.

Betreiben lässt sich Boa auf den Betriebssystemen Windows und Linux. Client-seitig unterstützt die Software zudem Mac OS X. Als Datenbank kommen Produkte von IBM (Informix), Oracle und das quelloffene System MySQL in Frage. Eine Anpassung an Microsofts SQL Server soll demnächst realisiert sein.

Die auf der Open-Source-Plattform "Eclipse" aufsetzende Entwicklungsumgebung beinhaltet einen Code-Editor, Screen-Editor, einen Debugger sowie Testfunktionen. Weitere Bausteine lassen sich über die Plugin-Architektur von Eclipse hinzufügen, so dass Anwenderfirmen selbständig Erweiterungen in die ERP-Umgebung einbringen können. Als Beispiele nennt der Hersteller ein Versionsverwaltungssystem.

Open-Source-Komponenten nutzt Sage Bäurer ferner im Reporting. Das Reporting-System von Boa bereitet Daten als XML-Datei auf, um sie dann mittels einer Formularbeschreibung in ein Ausgabeformat zu überführen. Bei der Gestaltung von Berichten hilft das quelloffene Produkt "Jasper Reports".

Die bisher vom Hersteller favorisierte 4GL-Sprache Panther/Prolifics kommt sowohl in der Boa-Plattform als auch in dem im Herbst erscheinenden neuen ERP-Release "Bäurer 6.0" nicht mehr vor. Vielmehr stützt sich die Architektur auf die "Boa Scripting Language", die in Java übersetzt wird. Die Skriptsprache ist laut Sage Bäurer weitgehend kompatibel zu Prolifics. Daher sei eine Migration von Programmanpassungen des Kunden bei einem Release-Wechsel auf die Boa-Umgebung ohne Schwierigkeiten möglich.

Wie Sage Bäurer stellen auch andere ERP-Häuser ihre Kernsysteme um. Auf der CeBIT werden unter anderem Wilken aus Ulm und die AP AG neue Softwarearchitekturen präsentieren (siehe auch ERP-Anbieter AP AG will mit Consulting in den gehobenen Mittelstand). (fn)

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