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Skandal um Domain-Registrar Registerfly.com

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Wenn es dumm läuft, entzieht die ICANN dem Domain-Registrierer Registerfly.com in gut zwei Wochen die Lizenz. Die Besitzer von 900.000 Internet-Adressen fürchten um ihre Präsenzen.

Ihr Ultimatum stellte die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers der in New Jersey ansässige Firma gestern zu und veröffentlichte es auch auf ihrer Website. Sie forderte Registerfly einem Bericht des Branchendienstes "Computerwire" zufolge außerdem auf, ihr bis spätestens Freitagmorgen Zugriff auf seine Datenbestände zu gewähren.

Dass bei Registerfly irgendwas faul ist, weiß man seit gut einem Jahr. Konkreter wurde das Ganze aber erst vor etwa zwei Wochen, als Vice President John Naruszewicz vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen CEO Kevin Medina erstritt, die diesem den Zugriff auf die Konten des von beiden gemeinsam geführten Unternehmens untersagt. Naruszewicz wirft Medina vor, er habe in die Kasse gegriffen, um seinen ausschweifenden Lebenswandel zu finanzieren, und damit sowohl der Firma als auch deren Kunden geschadet.

Medina soll demnach aus Firmenmitteln unter anderem ein Penthouse in Miami Beach für 10.000 Dollar Miete im Monat, 9000 Dollar für Damenbegleitung sowie 6000 Dollar für Fettabsaugen bezahlt haben. In ihrem siebenseitigen Schreiben listet die ICANN diverse Verstöße von Registerfly.com gegen den Registrarvertrag und führt Kundenbeschwerden an, die bis Ende 2005 zurückreichen.

Demnach hat Registerfly unter anderem am Umzug ihrer Domains zu anderen Anbietern gehindert, für Adressen drei- oder viermal zu viel kassiert, die Kontaktadressen für Domains auf Registerfly-Mitarbeiter geändert oder mehrjährige Domain-Verträge nur für ein Jahr umgesetzt. Speziell Ende vergangenen Jahres saßen etliche Kunden plötzlich ohne Internet-Auftritt da, weil Registerfly nicht mehr genügend Bares für deren weitere Bezahlung in der Kasse hatte.

Nach längerem tatenlosem Zusehen scheint die ICANN nun entschlossen, sich Zugriff auf die Kundendaten bei Registerfly zu verschaffen und deren registrierte Domains zu schützen, falls es zum Schlimmsten kommen sollte. Was das für die Kunden des Skandal-Registrars für Folgen hätte, ist indes noch nicht absehbar. (tc)

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