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Salesforce.com veröffentlicht "Apex" - einen Baukasten für Business-Apps

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Der US-amerikanische Applikationsvermieter stellte am gestrigen Dienstag mit "Winter 07" die neueste Version seiner Mietsoftware vor. Enthalten sind ein Preview-Release der "Apex"-Plattform für Kunden und Partner sowie Ajax- und Eclipse-Toolkits.

Apex ist eine Java-ähnliche Plattform und Programmiersprache, die das mehrmandantenfähige Software-as-a-Service-Angebot (SaaS) von Salesforce.com entworfen wurde. Mit der Vorab-Veröffentlichung des Apex-Codes können nun Kunden die Salesforce.com-Software schneller an ihre Anforderungen anpassen. Bislang mussten sich diese an Salesforce.com direkt wenden, um zusätzliche Funktionen der Mietsoftware zu erbitten. Ferner können nun auch Dritte leichter Applikationen für die Salesforce.com-On-Demand-Plattform schreiben (siehe auch "Apex: Entwicklung-on-Demand").

Die Apex-on-Demand-Plattform, die auf einer separaten Serverlandschaft gehostet wird, enthält neben dem Apex-Code eine komplettes Funktionspaket für die Entwicklung von Business-Anwendungen (wie etwa Datenbank-Applikationen). Dieses umfasst eine Workflow-Engine, eine Client-Programmierschnittstelle sowie die "Apex Web Services API" für externe Programmaufrufe, Mashups und die Integration mit anderen Anwendungen und Daten.

"Alle auf dem Apex-Code basierenden Komponenten und Anwendungen sowie die Apex-On-Demand-Plattform werden über das Appexchange-Verzeichnis von Salesforce.com zugänglich sein", erklärte Firmengründer und -chef Mark Benioff. Den Online-Marktplatz Appexchange hatte das Unternehmen vor etwa einem Jahr ins Leben gerufen, um andere Firmen zu animieren, On-Demand-Versionen ihrer Produkte zu entwickeln und mit anderer On-Demand- sowie On-Premise-Software zu integrieren. Interessierte Entwickler können sich hier für das Apex-Preview-Programm anmelden.

Die Veröffentlichung der Apex-Entwicklungsumgebung könnte allerdings anderen Softwarefirmen die Möglichkeit eröffnen, bessere CRM-Applikationen (Customer Relationship Mangement) zu entwickeln als Salesforce.com selbst. Bruce Francis, Vice President of Corporate Strategy, sieht darin jedoch weniger eine Bedrohung als eine Möglichkeit, die Anwendergruppe zu erweitern. Schließlich würde eine konkurrierende CRM-Lösung dann auf Apex basieren. Zudem gebe es bereits Technologien von Dritten, die beispielsweise die Salesforce.com-Funktionen "E-Mail-Marketing" und "Analytics" überträfen. "Unsere Vision ist es, Millionen von Applikationen auf Appexchange zu hosten", erklärte Francis weiter. Nach Firmenangaben hostet die Plattform inzwischen über 500 On-Demand-Anwendungen unabhängiger Softwareentwickler.

Geld verdient Salesforce.com im übrigen über seinen Appstore, wo Third Parties ihre On-demand-Anwendungen feilbieten können. Salesforce.com stellt die nötige Infrastruktur bereit und kassiert dafür Provision: je nach Tarifmodell sind dies zehn ("Standard"-Tarif) bis 45 Prozent ("Premium Referral Service") der erzielten Erlöse (siehe auch "Salesforce.com will Appexchange monetarisieren").

Salesforce.com will den Apex-Code im Laufe des Jahres in einer Beta-Version für seine Kunden bereitstellen und noch vor Jahresende allgemein verfügbar machen. Noch bestehen keine Pläne, den Code auch als Open-Source-Variante zu veröffentlichen. Falls ein entsprechendes Feedback von den Entwicklern eintreffen sollte, werde man jedoch darüber nachdenken, so Francis. Schließlich sei das Ziel, überall präsent zu sein. (ka)

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