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BenQ Mobile: Donnerstag ist Schicksalstag

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Die Unsicherheit der Beschäftigten über ihre berufliche Zukunft soll ein Ende finden. Mehr als ein Drittel der Mitarbeiter werden das Unternehmen verlassen müssen.

Die rund 3.000 Beschäftigten des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile stehen vor einem Schicksalstag. An diesem Donnerstag will der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager die Beschäftigten bei einer Mitarbeiterversammlung über notwendige Einschnitte bei dem Unternehmen informieren. Die Veranstaltung solle auch an den Standort Kamp Lintfort (Nordrhein-Westfalen) übertragen werden, teilte BenQ Mobile am Mittwoch in München mit. Eine Sprecherin Pragers hatte kürzlich erklärt, dass voraussichtlich weit mehr als tausende Beschäftigte von den Maßnahmen betroffen sein werden.

Neben Prager will bei der Versammlung auch BenQ-Mobile-Chef Clemens Joos zur Situation des Unternehmens Stellung nehmen, das vor rund drei Wochen Insolvenzantrag gestellt hatte. Die Auszubildenden von BenQ Mobile können unterdessen ihre Lehre bei Siemens zu Ende führen. Ziel sei zudem, den 88 jungen Menschen nach Abschluss ihrer Ausbildung eine Stelle im Konzern anzubieten, teilte die Siemens AG am Mittwoch in München mit. Die IG Metall begrüßte die Entscheidung. "Es ist jetzt erst mal gut, dass die jungen Leute ihre Ausbildung fertig machen können", sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Die BenQ-Mobile-Beschäftigten können sich ab sofort auf Arbeitsstellen bei Siemens bewerben. Das bis dato bestehende Abwerbeverbot sei von der taiwanesischen Konzernmutter BenQ Corp. mit sofortiger Wirkung für die Beschäftigten der deutschen Tochter BenQ Mobile GmbH & Co. OHG aufgehoben worden, teilte Siemens mit. Die Mitarbeiter könnten sich nun über eine spezielle E-Mail-Adresse, die im Intranet des insolventen Unternehmens zu finden ist, mit der zentralen Koordinationsstelle bei Siemens in Verbindung setzen.

Bei dieser Koordinationsstelle würden Bewerber- und Anforderungsprofile der mehr als 2.000 derzeit in Deutschland offenen Vollzeitstellen von Siemens zusammengeführt, hieß es. Bei Telefonaten und im Rahmen eines elektronischen Abgleichs könnten dann rasch die Wünsche der Bewerber an einen Siemens-Arbeitsplatz sowie die Frage geklärt werden, wer für welche Stelle entsprechend qualifiziert sei. Jobsuchende Mitarbeiter müssten damit nicht mehr an die Leitung der Münchner Personalabteilung von BenQ Mobile wenden.

Die IG Metall zeigte sich mit Blick auf Anstellungschancen bei Siemens allerdings skeptisch. Der Konzern lasse weiterhin offen, wie viele Stellen tatsächlich für betroffene Beschäftigte in Frage kämen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. "Wir fürchten, dass das nur eine sehr geringe Zahl ist." Auch am freien Arbeitsmarkt ließen sich offene Stellen und Bewerber nicht gegeneinander aufrechnen. Zudem sei unklar, an welchem Standort genau potenzielle Stellen angeboten werden könnten. (dpa/ajf)

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