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EADS beweist Pioniergeist - mit Open-Source-ERP

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Vorangegangen war eine Ausschreibung, an der auch SAP und Oracle mit ihren ERP-Systemen teilgenommen hatten. Auf die OSS-Alternative war der Kunde in Gestalt des Projektleiters Ralf Düring selbst gekommen. Allerdings wollte Infoterra nicht auf einen kleinen, relativ unbekannten Anbieter bauen, ohne einen größeren IT-Dienstleister in die Pflicht zu nehmen. Deshalb bildeten Unilog Avinci und Nexedi eine Anbietergemeinschaft.

Mittlerweile steht das zweite von insgesamt drei geplanten Releases kurz vor der Auslieferung. Für Ende Oktober - parallel zum Start des Satelliten - ist die Live-Schaltung vorgesehen. Sollte Infoterra jemals Angst vor der eigenen Courage gehabt haben, so sind diese Bedenken ausgeräumt: "Der Web- und Workflow-basierende Ansatz von ERP5 stellt das Niveau an Flexibilität und Sicherheit bereit, wie es für ein globales Projekt wie TerraSAR-X von Nöten ist", sagt Düring, "unsere weltweiten Distributionspartner können direkt auf die zentrale ERP5-Umgebung zugreifen und Aufträge sicher abwickeln."

Die Aufgaben der Software betreffen im Wesentlichen die kaufmännischen Abwicklung der Geschäftsprozesse für Ein- und Verkauf sowie Auftragsbearbeitung, Beschwerde-Management, Rechnungsprüfung, Faktura und Mahnwesen, aber auch in der Interaktion mit den vor- und nachgelagerten Anwendungsbereichen. Das System muss nicht nur den Vorgaben der ECSS-Standards (European Cooperation for Space Standardization) genügen; als Herausforderungen bezeichnet Unilog Avinci auch die heterogene Anwendungslandschaft sowie die verschärften Sicherheitsanforderungen im Umfeld der Luft- und Raumfahrt, die ein "hohes Sicherheitsniveau" hinsichtlich der Nutzer-Authentisierung und der Zugriffsrechtesteuerung erforderten.

Die Entwicklung von ERP5 geht zurück auf das Jahr 2001. Nexedi zielte darauf, die klassischen ERP-Funktionen Web-fähig sowie - dank der Kollaborationsplattform "Zope" - anbindungs- und anpassungsfähig zu gestalten, was die Integration mit fremden Softwareprodukte wie ergänzenden SAP-Modulen erleichtern sollte. Für die Open-Source-Software spricht aber auch der Kostenvorteil durch ihre Lizenzfreiheit (siehe auch: "Pro und contra Open-Source-ERP") Wie Unilog Avinci meldet, zieht der EADS-Konzern das ERP5-System auch für künftige Spin-Off-Projekte als Standard-ERP-Lösung in Betracht. (qua)

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