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Microsoft kauft BI-Spezialisten Proclarity

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Microsoft-Partner Proclarity hat seine Produkte bereits in der Vergangenheit eng an den SQL-Server gekoppelt.

Microsoft will seinen langjährigen Partner Proclarity Inc. übernehmen. Die Akquisition soll im Mai dieses Jahres abgeschlossen werden. Finanzielle Details des Deals wurden nicht bekannt gegeben. Der in Boise, Idaho, ansässige Softwareanbieter beschäftigt etwa 120 Mitarbeiter und versorgt rund 1200 Kunden mit seinen Business-Intelligence-Tools (BI). Der Hersteller soll vollständig in die Microsoft-Organisation integriert werden.

Mit der Toolsvon Proclarity sollen die Analysefunktionen in den eigenen Server- Produkten und der Office-Suite ausgebaut werden, erläuterte Bill Baker, General Manager für Microsofts Office Business Applications. Zudem könne sich Microsoft mit dem Zukauf besser im Wettbewerb mit etablierten BI-Anbietern wie Cognos und Business Objects behaupten. CEO Steve Ballmer hatte erst Mitte März angekündigt, mit einer breit angelegten Initiative die eigene Softwareentwicklung neu auszurichten. Ziel des Vorstoßes sei in erster Linie, die Produktivität der Anwender von Microsoft-Produkten zu verbessern (siehe auch: Microsoft predigt den Digital Workstyle). In diesem Zusammenhang hatte Ballmer angedeutet, zusätzliche BI- und Collaboration-Funktionen in die künftigen Versionen der Server- und Office-Produkte zu integrieren.

Microsoft arbeitet seit Jahren daran, sein Angebot an Analyse- und Reporting-Funktionen auf Basis des SQL-Servers auszubauen. Als Frontend zur Präsentation der Daten positioniert der Softwarekonzern zunehmend seine Office-Suite im Markt. Proclarity entwickelt seit 1999 das eigene Portfolio rund um den "Analytics Server" auf Basis der "SQL Server Analysis Services" von Microsoft. Außerdem bietet Proclarity bereits Schnittstellen zu Microsofts Office-basierendem "Business Scorecard Manager", Excel und dem Sharepoint Portal Server. Experten zufolge dürfte daher die Integration des Zukaufs keine Schwierigkeiten bereiten.

Vor allem die engere Kopplung zwischen dem SQL Server im Backend und Office im Frontend durch die Proclarity-Produkte werde Microsoft Vorteile im BI-Geschäft verschaffen, meint Keith Gile, Principal Analyst von Forrester Research. Die Verbindung von Data-Mining- und Reporting-Tools mit der Präsentationsschicht im Office-Frontend sei bislang die Schwachstelle im BI-Portfolio des Softwareriesen gewesen. Nutzer hätten sich zwar auf der Office-Oberfläche die Ergebnisse der Abfragen anzeigen lassen können. Um Analysen zu definieren, Dashboards einzurichten und Abfragemechanismen zu entwickeln, sei Office dagegen wenig geeignet, sagt Gile. Diese Lücke könnte mit der Akquisition von Proclarity jedoch geschlossen werden.

Der Kauf des Gold Certified Partner könnte jedoch für Unruhe in Microsofts Partnerlandschaft sorgen. Mit der Integration von BI-Funktionen in die Microsoft-Produkte müssen sich die Partner fragen, wie viel Raum für eigene Entwicklungen bleibe. Die Akquisition von Proclarity ändere grundsätzlich nichts an der Partnerstrategie Microsofts im BI-Umfeld, beeilte sich Office-Manager Baker zu versichern. Es werde nach wie vor Möglichkeiten für Partner geben, eigene Entwicklungen im Markt unterzubringen. Dies sei jedoch ein schwieriger Balanceakt, räumte der Microsoft-Manager ein. Das Gleichgewicht lasse sich nur halten, wenn man Transparenz schafft. (ba)

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