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Ist Facebook zwei Milliarden Dollar wert?

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Der vor allem bei US-Studenten beliebte Social-Networking-Dienst Facebook würde gern gekauft werden. Allerdings gibt es Unstimmigkeiten ob seiner Bewertung.

Klingt alles fast wieder wie in Zeiten der Dotcom-Blase: Die "Business Week" hatte vergangene Woche auf ihrer Website kolportiert, Facebook hoffe auf einen Kaufpreis von bis zu zwei Milliarden Dollar. Von solchen Dimensionen träumt auch Kevin Efrusy, Facebook-Investor bei Accel Partner, das im vergangenen Jahr knapp 13 Millionen Dollar in die Start-up aus Palo Alto investiert hatte. "Hat Facebook das Potenzial, über zwei Milliarden Dollar wert zu sein, basierend auf ökonomischen Grundlagen und dem Wert seiner Zielgruppe? Absolut", glaubt der Venture Capitalist.

Kaufinteressenten aus der "wirklichen Welt" sehen das allerdings ganz anders. Der News-Corp.-Manager Ross Lewinsohn etwa sagte vor Investoren in New York: "Wir zahlen ganz gewiss keine zwei Milliarden Dollar für Facebook. Das finden wir unsinnig." Der Murdoch-Konzern hatte im letzten Jahr immerhin 580 Millionen Dollar (plus Übernahme von Verbindlichkeiten in Höhe von 69 Millionen Dollar) für Intermix Media hingeblättert, die Mutterfirma des Facebook-Mitbewerbers Myspace.com (siehe "News Corp. zahlt 580 Millionen Dollar für Intermix").

Auch Yahoo! hat laut "Wall Street Journal" Interesse an Facebook gezeigt. Der Portalriese habe über eine mögliche Kooperation verhandelt, berichtet das Wirtschaftsblatt unter Berufung auf Insider; eine Yahoo!-Sprecherin wollte das nicht kommentieren.

Facebook enthält verschiedene Verzeichnisse für College-Studenten. Es wurde vor zwei Jahren vom Harvard-Studenten Mark Zuckerberg gegründet, zählt sieben Millionen Mitglieder und war im Februar mit 5,5 Milliarden Seitenabrufen die siebtpopulärste Site der USA. Die Company beschäftigt gegenwärtig rund 100 Mitarbeiter.

Die meisten Web-Start-ups werden dieser Tage gekauft, statt wie früher an die Börse zu gehen (siehe etwa eBay-Skype) - der entsprechende Markt ist seit dem Platzen der Internet-Blase im Jahr 2000 eher lethargisch. Große Medienfirmen wie News Corp. oder Viacom versuchen mit Macht, ihre Präsenz im Netz auszubauen - "um die Kundschaft zurückzugewinnen, die sie im traditionellen Geschäft mit alarmierender Geschwindigkeit verlieren", wie Keith Benjamin befindet, Wagnislkapitalgeber bei Levensohn Venture Partners in San Francisco. (tc)

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