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Lotusphere: IBM gibt Ausblick auf kommende Versionen von Lotus Notes

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Nach kleineren Updates bringt 2007 das nächste große Release unter dem Codenamen "Hannover" Notes/Domino wesentliche Veränderungen.

Der aktuellen Version 7.0 folgt in den nächsten Monaten die 7.01. Davon profitiert vor allem die Linux-Ausführung. Das Frontend nimmt hinsichtlich seiner Architektur wesentliche Aspekte von Hannover vorweg. Es handelt sich dabei nämlich um ein Plugin für den "Workplace Managed Client". Letzterer beruht auf dem in Java geschriebenen "Eclipse"-Framework und kann mit Hilfe des angekündigten Moduls alle bestehenden Notes-Anwendungen unter dem Open-Source-System ausführen.

Notes am Schlüsselbund

Die interessanteste Neuerung für Notes/Domino 7.02, das zur Jahresmitte erscheinen soll, kommt Benutzern zugute, die häufig an wechselnden Arbeitsstätten tätig sind ("roaming users"). IBM plant für sie ein Feature unter der Bezeichnung "Notes on the go". Es erlaubt den Start des Collaboration-Clients von einem USB-Stick, auf dem bei ausreichender Speicherkapazität auch ein Teil der Mail-Datenbank abgelegt werden kann. Das Zwischen-Release umfasst zusätzlich eine Datenbankschablone für Weblogs sowie die Fähigkeit, Inhalte von Notes-Anwendungen via RSS zu publizieren.

Dieses kleine Update aktualisiert zudem den Client auf dem Macintosh, der dann mit seinem Windows-Gegenstück weitgehend gleichzieht. Eine Ausführung für Apples neue Intel-Rechner soll damit ebenfalls zur Verfügung stehen. Hinzu kommt die Unterstützung für "Domino Web Access", das aber nur "Firefox" berücksichtigt und mit Apples eigenem Browser "Safari" nicht läuft.

Grundlegende Veränderungen soll das für 2007 geplante Hannover-Release bringen. Es wurde Mitte letzten Jahres auf einer Konferenz der Deutschen Notes User Group angekündigt und soll das Groupware-System noch stärker mit seinem designierten Nachfolger zusammenführen. Auf dem Client soll Eclipse vollständig für die Präsentation der Benutzerschnittstelle zuständig sein. Unter der Haube sorgt ein um GUI-Funktionen beraubtes Notes dafür, dass der Java-Überbau Zugriff auf Notes-Infrastruktur erhält. Dazu zählen etwa die Notes-Datenbanken, Replikation oder Sicherheitsfunktionen. Dieses Vorgehen ähnelt jenem, das die IBM seinerzeit mit iNotes angewandt hatte. Dort übernahmen der Web-Browser oder Outlook die Präsentationsaufgaben.

Workplace-Features für Notes

Bei der Integration von Workplace-Funktionalität in Notes/Domino geht die IBM nun wesentlich weiter als ursprünglich vorgesehen. Das neue Frontend erhält alle wesentlichen Funktionen seines Konkurrenten aus eigenem Hause. Dazu zählt der "Activity Explorer", mit dem alle Collaboration-bezogenen Inhalte an zentraler Stelle verwaltet werden können.

Bei der ursprünglichen Ankündigung von Workplace nannten die IBM-Verantwortlichen als wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber Notes, dass es Teamfunktionen im Kontext von Business-Applikationen bereitstellen könne. Dagegen sei Notes aufgrund seiner Client-Server-Architektur eine Stand-alone-Groupware. Diese Differenzierung wird mit Hannover hinfällig, weil der neue Client zusammengesetzte Anwendungen ("composite applications") unterstützen soll. Diese können sowohl aus herkömmlichen Notes-Anwendungen als auch aus Eclipse-Plugins bestehen. Für den Benutzer präsentiert sich das Resultat als ein Client-seitiges Portal, das im Gegensatz zu seinem Browser-basierenden Pendant auch offline-fähig ist.

Der Architekturwechsel beim Client gibt der IBM die Gelegenheit, die Bedienerführung gründlich aufzuräumen. Erste Demos auf der Lotusphere zeigten eine aufgeräumte Oberfläche, die einige häufig kritisierte Notes-Besonderheiten aufgibt. So sollen sich etwa mehrere Mails, wie unter Windows üblich, mit STRG + Mausklick markieren lassen.

Nachdem der Workplace Managed Client, auf dem das Hannover-Release von Notes beruht, völlig über den Portal-Server gesteuert wird, wäre nach den bisherigen Absichtserklärungen zusätzlich zu Domino auch eine Workplace-Installation nötig gewesen. Dort müssten unter anderem die Profile für Benutzer hinterlegt werden, die etwa bestimmen, welche Applets in das Client-seitige Portal eingeblendet werden. Die IBM kommt nun Forderungen der Kunden entgegen und integriert die gesamte Funktionalität für das so genannte Client Provisioning in den Domino-Server. (ws)

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