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Sun möchte weniger Open-Source-Lizenzen und striktere Projektleitung

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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Sun-Manager Simon Phipps hat sich ziemlich weit aus der Deckung gewagt. Gelegenheit dazu bot ihm sein Vortrag bei der "European Open Source Convention", die der Verlag O'Reilly derzeit in Amsterdam veranstaltet. Phipps übt bei seinem Arbeitgeber eine Art Oberaufsicht über alle auf Sun-Technik basierenden Open-Source-Projekte aus, an denen mehr als fünf Entwickler beteiligt sind, insgesamt sind das 22.

Phipps kritisierte das Unwesen, banale Entwicklungen patentieren zu lassen und lobte, soweit noch erwartungsgemäß, dass viele Firmen zahlreiche Patente für Open-Source-Projekte freigegeben haben. Doch das löse noch nicht das eigentliche Problem. Vielmehr sei auch die große Zahl der Open-Source-Lizenzen für Entwickler demotivierend. "Ich wäre sehr erfreut, wenn es weniger Lizenzen gäbe", erklärte Phipps. "Ich habe mir als Priorität meiner Open-Source-Arbeit bei Sun gesetzt, die Zahl der Lizenzen zu verringern, die wir verwenden." Da dürfte ihm einige Arbeit ins Haus stehen. Denn es war das Topmanagement von Sun, das die hauseigenen Anwälte mit der CDDL eine weitere - und in der Community höchst umstrittene - Open-Source-Lizenz verfassen ließ.

Doch Phipps scheut sich auch nicht, vielleicht bei der freien Entwicklergemeinschaft anzuecken. Er forderte in Amsterdam eine stringentere Leitung von Open-Source-Projekten. "Wir haben bisher einfach angenommen, dass alle Gutmenschen sind." Stattdessen sollte sich die Community über eine angemessene Führung (good governance) der Projekte machen.

Wie diese sich von der heutigen Form unterscheiden soll, nach der Leitungsfunktionen in Open-Source-Projekten meist ohne explizite Wahlen den kompetentesten und engagiertesten Mitentwicklern zufallen, erläuterte Phipps nicht. Daher ist schon jetzt absehbar, dass etliche in der Community den Verdacht äußern werden, Sun strebe eine Kontrolle über Open-Source-Projekte durch festangestellte Mitarbeiter aus IT-Unternehmen an. (ls)

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