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Ebay kauft Skype

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Das Internet-Auktionshaus hat beschlossen, den Luxemburger VoIP-Pionier (Voice over IP) für rund 2,6 Milliarden Dollar zu übernehmen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Internet-Auktionshaus Ebay hat beschlossen, den Luxemburger VoIP-Pionier (Voice over IP) Skype Technologies für rund 2,6 Milliarden Dollar zu übernehmen. Wie das Unternehmen bekannt gab, werden davon 1,3 Milliarden Dollar in bar gezahlt. Der Rest soll mit 32,4 Millionen Aktien beglichen werden. Weitere 1,5 Milliarden Dollar erhalten die Gesellschafter des nicht börsennotierten Unternehmens, wenn Skype bis 2008 bestimmte Leistungsziele erreicht.

"Die Zusammenführung von Ebay und den Bezahldienst Paypal mit Skype schafft eine außerordentlich starke Umgebung für Business im Net", kommentierte Ebay-Chefin Meg Whitman den Deal. Skype-CEO und Mitbegründer Niklas Zennström wiederum hat nach eigenen Angaben die geeignete Plattform gefunden, um seiner Vision von Skype als "Stimme des Internets" wahr werden zu lassen. "Wir glauben, dass wir zusammen mit Ebay und Paypal die Art und Weise verändern können, wie Menschen online kommunizieren, einkaufen und Geschäfte tätigen", fügte Janus Fries, Mitbegründer und Strategiechef von Skype in einem Statement hinzu.

Dass sich nun ausgerechnet Ebay um den IP-Telefondienst bemüht, galt vor wenigen Tagen selbst in Branchenkreisen noch als Überraschung. Es war bekannt, dass die Wachstumschancen des Online-Auktionshauses in seinem angestammten Geschäft allmählich ausgereizt sind. Das Unternehmen hat bereits reagiert und ist dabei, sich immer mehr von einer Auktionsplattform zu einem professionellen Marktplatz zu wandeln, auf dem Händler neue Produkte anbieten können. Bereits ein Drittel der Ebay-Angebote in Deutschland sind Neuwaren. Außerdem wurde im Juni 2005 die Preisvergleichseite Shopping.com übernommen. Im vergangenen Jahr schluckte Ebay ferner die in Deutschland populäre Autobörse Mobile.de. Weitere Investments flossen in die Bereiche Online-Kleinanzeigen und Immobilienhandel.

Ob Skype das Ebay-Angebot sinnvoll ergänzen kann, ist aber eher fraglich. Der Preis von bis zu 4,1 Milliarden Dollar (inklusive Prämie) gilt zudem als viel zu hoch. Skype bietet seinen Kunden kostenlos Software an, die qualitativ hochwertiges Telefonieren über das Internet erlaubt. Dieses Angebot wird dem Hersteller zufolge bereits von rund 53 Millionen Nutzern wahrgenommen. Geld verdient das Unternehmen aber nur mit einem Bruchteil dieser Anwender - überwiegend mit denen, die vom Internet ins Festnetz telefonieren und damit zirka zwei Cent pro Telefonminute zahlen. Dieses Geld muss sich Skype aber mit den Festnetz-Carrieren teilen.

Wenn Ebays Rechnung aufgeht, wird Skype in den kommenden Jahren weiter rapide wachsen: Die Company geht davon aus, dass die Umsätze der Luxemburger von sieben Millionen Dollar im vergangenen Jahr auf 60 Millionen Dollar klettern. Für 2006 werden bereits Einnahmen in Höhe von über 200 Millionen Dollar angepeilt. Die operative Marge schätzt Ebay längerfristig auf 20 bis 25 Prozent.

Neben Ebay soll auch Yahoo Interesse an dem rasant wachsenden Internet-Startup gezeigt haben. Schließlich übernahm Yahoo jedoch den VoIP-Spezialisten Dialpad. Der Medienkonzern News Corp. soll ebenfalls an Skype interessiert gewesen sein. Dessen Chef, der Milliardär Rupert Murdoch, ist zurzeit dabei, sich ein kleines Internet-Imperium zusammenzukaufen. Erst vor wenigen Tagen kündigte das Unternehmen an, für 650 Millionen Dollar IGN Entertainment zu kaufen, einen Betreiber von Gaming- und Unterhaltungs-Sites. Auch Google, erst kürzlich mit einem eigenen Instant-Messaging- und VoIP-Dienst namens "GoogleTalk" an die Öffentlichkeit getreten, war als Skype-Interessent gehandelt worden. Spekulationen über Akquisitionen schossen ins Kraut, nachdem die Company ankündigte, Aktien für vier Milliarden Dollar zu verkaufen. (tc,hv,mb)

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