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OpenOffice.org leidet unter geringer Unterstützung von Entwicklern

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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Keine gute Stimmung herrschte auf dem Jahreskongress der OpenOffice.org in Canberra. Wie unsere Kollegen von der australischen "Computerworld Today" berichten, beklagte Entwickler Ken Foskey einen akuten Mangel an Entwicklern. Außerdem sei die monolithische Codebasis kaum noch zu durchdringen.

Es bedeute schon einen enormen Aufwand, die rund zehn Millionen Codezeilen zu kompilieren, sagte Foskey. "Es wäre gut, wenn mehr Entwickler aus der Community involviert wären." Vor allem Sun unterstützt das Projekt derzeit mit rund 50 Entwicklern in Deutschland. Weitere zehn Spezialisten kommen von Novell. Derzeit arbeiten den Angaben zufolge aber nur vier freie Community-Mitglieder an dem Office-Paket mit.

Potenziellen Teilnehmern empfiehlt Foskey, sich erst einmal mit der Ximian-Distribution von OpenOffice.org zu beschäftigen. Sie entspreche eher den Grundsätzen der Open-Source-Entwicklung als die Original-Codebasis, die teilweise 20 Jahre alt sei. "Man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um an OpenOffice.org mitzuarbeiten", so Foskey, "aber es würde verdammt weiterhelfen."

Version 2.0 der quelloffenen Büro-Suite soll nach Angaben von Jacqueline McNally im Juni oder Juli dieses Jahres herauskommen. Die für das Marketing zuständige Sprecherin erklärte: "Wir haben ein unglaubliches Feedback von Betatestern bekommen." Die Download-Rate für das Entwickler-Release sei enorm hoch. Man warte nun noch das Feedback von andere Open-Source-Projekten und Organisationen ab.

Simon Phipps, Chief Technology Evangelist bei Sun Microsystems, bestätigte die Probleme im Projekt, die mit der großen Codebasis zusammenhingen. Angesichts der Tatsache, dass Open Office ursprünglich für Windows 3.1 und OS/2 geschrieben worden sei und heute unter Linux und Solaris zur Verfügung stehe, sei aber auch viel erreicht worden. Sun heiße jeden willkommen, der an dem Softwareprojekt mitarbeiten wolle - nicht nur Community-Mitglieder, sondern auch Unternehmen. "Fragen Sie IBM, warum sie Open Office benutzen, aber nicht mitarbeiten", kritisierte der Sun-Manager den großen Konkurrenten. (hv)

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