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Microsoft entwickelt eigene Paid-Search-Technik

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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem Microsoft eine eigene Internet-Suchmaschine ins Web gestellt hat, arbeitet der Konzern nun an einer eigenen Technik für bezahlte Suchmaschineneinträge. Damit verschärft sich der Wettbewerb mit Yahoo und Google.

Bei dieser Werbeform bieten Werbetreibende für bestimmte Suchwörter. Wer am meisten bietet, dessen Anzeigen erscheinen auf der Ergebnisliste, wenn ein Suchender das betreffende Wort bei der Web-Recherche verwendet.

Ein Zeitpunkt für die Freigabe der neuen Microsoft-Technik steht indes noch nicht fest. Erste Tests sollen in Singapur und Frankreich stattfinden. Für das Paid-Search-Programm wird Microsoft Werbetreibenden demografische Nutzerprofile von Suchmaschinenanwendern liefern, die mit bestimmten Keywords verbunden sind. Diese Daten werden den Ort der Suchanfrage, Alter und Geschlecht des Nutzers sowie die Uhrzeit der Query enthalten. So wird es beispielsweise möglich sein, in Erfahrung zu bringen, welche Suchwörter Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren aus New York City zwischen fünf und sieben Uhr am Abend eingeben.

Gesammelt werden diese Daten in Microsofts "Passport"-Dienst, ohne das hierzu die Identität der dort registrierten Surfer preisgegeben wird, erläutert eine Firmensprecherin.

Das Paid-Search-System ist Teil des strategischen Programms "MSN adCenter", in dem die Firma alle ihre Online-Vermarktungsaktivitäten bündelt.

Wie schon bei den Suchmaschinen startet Microsoft auch im Paid-Search-Geschäft später als andere. So hatte sich Suchmaschinen- und Portalkonkurrent Yahoo mit dem Kauf von Overture in diesen Markt eingekauft und Google entwickelte eine eigene Technik. Bisher nutzt Microsoft noch das Overture-System, doch war es nur eine Frage der Zeit, wann der Softwarekonzern eine eigene Lösung entwickeln würde. Nicht zuletzt deshalb baut Yahoo das eigene Paid-Search-Angebot aus. Ob und wann Microsoft den Overture-Vertrag kündigt, ist unklar. Offiziell heisst es, man werde weiterhin mit der Yahoo-Tochter zusammenarbeiten, da der Partner Dienste bieten könne, die über das reine Paid-Search hinausgehen.

Trotz des späten Starts dürfte Microsoft gute Chancen haben, in diesem Segment Fuß zu fassen - nicht nur wegen der Marketing-Macht, sondern auch wegen des enormen Wachstums im Suchmaschinen-Marketing. So stiegen die Einnahmen mit Online-Werbung im zweiten Quartal 2004 gegen über dem Vorjahreszeitraum um 42,7 Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar. Davon entfielen allein 947 Millionen Dollar auf Paid-Search. (fn)

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