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RSS soll Kanal für Online-Werbung werden

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Die schnelle Verbreitung des Syndication-Formats RSS ruft diverse Startup-Firmen auf den Plan, die Geschäftsmodelle für so genannte News-Feeds entwickeln wollen. Zu den Vorreitern zählen etwa die Suchmaschinen Technorati und Feedster.

Nach verschiedenen Versuchen steht nun offenbar der Durchbruch für RSS als Medium für Werbeanzeigen bevor. Einzelne Publikationen wie etwa die CW-Schwesterpublikation Infoworld blenden zwar schon seit längerer Zeit Anzeigen in ihre RSS-Feeds ein, mehrere Firmen wittern jetzt jedoch ein eigenständiges Geschäft mit RSS-Werbung.

So gab die Moreover Technologies Inc. bekannt, dass sie neben den bisherigen kostenpflichtigen News-Services auch solche anbieten werde, die sich über kontextabhängige Anzeigen finanzieren sollen. Abonnenten können aus einer Vielzahl von Themen wählen, zu denen Moreover passende Inhalte aus unterschiedlichsten Quellen zusammenträgt. Die Company versteht sich daher nicht als Syndizierer, sondern als Aggregierer von Content. Sie verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie Google News, das seinen News-Überblick allerdings nur auf der Homepage des Dienstes oder per E-Mail (via Google Alert) bietet. Moreover liefert diese Informationen hingegen als RSS-Feed aus.

Auch andere Firmen möchten mit fremden Inhalten Geld verdienen, indem sie sich als Mittelsmänner zwischen Leser und Publikationen schalten. Ermuntert werden sie dabei von Untersuchungen wie jener von Nielsen/NetRatings, wonach im zweiten Quartal 2004 mit Yahoo News erstmals ein Aggregierer von News öfter besucht wurde als die Site irgendeiner einzelnen Publikation.

Für das Geschäft mit Werbeeinnahmen aus RSS-Feeds positioniert sich auch Feedster, das zu diesem Zweck eine Kooperation mit dem Anzeigennetzwerk Kanoodle einging. Die gleichen Absichten verfolgt auch Bloglines mit seinem Web-basierenden RSS-Reader, dessen Dienste auch schon bisher kostenlos waren.

Die neu erwachte Goldgräberstimmung könnte indes von technischen Problemen getrübt werden. Mit steigender Akzeptanz von RSS klagen stark frequentierte Websites über die zusätzliche Last, die Feeds den Web-Servern auferlegen. Sie entsteht durch schlecht programmierte und konfigurierte Reader, die in zu kurzen Intervallen die abonnierten RSS-Daten abrufen. Dabei laden sie zumeist die gesamten Informationen herunter, auch wenn sich diese seit dem letzten Update nicht verändert haben. Slashdot zog deshalb die Notbremse und blockiert Anfragen von IP-Adressen, die den RSS-Feed in zu kurzen Abständen abrufen. (ws)

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