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Google wegen Missbrauch von Markennamen verklagt

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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das US-amerikanische Unternehmen American Blind & Wallpaper Factory hat bei einem New Yorker Gericht Klage gegen Google und dessen Suchmaschinen-Partner AOL, Netscape, Compuserve, AskJeeves und EarthLink eingereicht. Das Management des Einrichtungshauses wirft dem Suchmaschinenbetreiber vor, mit seinem Adword-Service Markenrechte zu verletzen. Mit der Klage soll Google untersagt werden, künftig markenrechtlich geschützte Begriffe wie "Decorate today" und "American Blind Factory" als Adwords an Konkurrenten zu verkaufen.

Im Rahmen des Adword-Service, den Google seit etwa drei Jahren anbietet, können Firmen Werbeeinblendungen, sogenannte "Sponsored Links", zu bestimmten Suchbegriffen buchen. Dazu muss der Kunde neben einem kurzen Text und der eigenen URL auch die Suchbegriffe (Adwords) festlegen, zu denen der Sponsored Link erscheinen soll. In den vergangenen Monaten sind einige Firmen dazu übergegangen, Namen und Markenbegriffe der Konkurrenz als Adwords für die eigene Werbung zu nutzen. "Wir geben Millionen Dollar jährlich dafür aus, unsere Marke aufzubauen und zu schützen", moniert Steve Katzman, CEO von American Blind & Wallpaper Factory. "Wir werden nicht dulden, dass Google unserer Konkurrenz erlaubt, die Früchte dafür zu ernten."

Wie das Google-Management auf die Klage reagieren wird, steht noch nicht fest. Vorsorglich hatte der Suchmaschinen Betreiber bereits im Dezember vergangenen Jahres ein Verfahren vor einem Gericht in Kalifornien eingeleitet, um seine Unschuld zu beteuern. In Europa ist Google dies nicht gelungen: Ein französisches Gericht hatte im Oktober 2003 entschieden, dass Markennamen nicht mehr als Suchbegriff verwendet werden dürften, und die Internet-Company zur Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 75 000 Euro verdonnert. Die Verfahren treffen den Lebensnerv der Suchmaschine: Google nimmt den überwiegenden Teil seines auf bis zu einer Milliarde Dollar geschätzten Jahresumsatzes mit Sponsored Links ein. (ba)

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