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Palm bläst den Foleo ab

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Palm wird seinen mit großem Rummel angekündigten PDA-Begleiter "Foleo" nun doch nicht auf den Markt bringen und schreibt dafür knapp zehn Millionen Dollar ab.

Die Abkündigung erfolgt unmittelbar vor der geplanten Auslieferung des Linux-basierenden Geräts. "Ich habe entschieden, das Mobile-Companion-Produkt Foleo in seiner gegenwärtigen Konfiguration zu canceln und all unsere Energien auf unsere nächste Plattform-Generation und die ersten Smartphones zu fokussieren, die diese Plattform auf den Markt bringen werden", schreibt Palm-CEO Ed Colligan im Firmen-Blog.

Man werde, so Colligan weiter, natürlich weiter zusammen mit Microsoft Produkte auf Basis von Windows Mobile entwickeln. Aus Palms Binnensicht liege der Entwicklungsschwerpunkt allerdings auf nur einer Plattform, der hauseigenen. "Die hat eine moderne flexible Benutzerschnittstelle, sofortige Performance und eine unglaublich einfache und intelligente Entwicklungsumgebung", verspricht der Palm-Chef zu Beginn seines Postings.

Die Entscheidung, den Foleo abzukündigen, sei natürlich nicht leicht gefallen, beteuert Colligan. Er sei dennoch überzeugt, damit das Richtige zu tun. Foleo basiere auf einer zweiten Plattform (Linux) und einer separaten Entwicklungsumgebung, Palm müsse seine Bemühungen aber auf eine Plattform konzentrieren. Zudem hätten die interne Bewertung und frühes Markt-Feedback gezeigt, dass dem Foleo noch einiges zu einem "Weltklasseprodukt" fehle. "Wir können es uns nicht erlauben, die Verbesserungen auf einer Plattform zu machen, die nicht zentral für unseren Kernfokus ist", so Colligan (das hört sich nicht gut an).

Auf diesem Pressefoto sieht Palm-Visionär Jeff Hawkins mit seinem Foleo noch sehr optimistisch aus.
Auf diesem Pressefoto sieht Palm-Visionär Jeff Hawkins mit seinem Foleo noch sehr optimistisch aus.
Auf diesem Pressefoto sieht Palm-Visionär Jeff Hawkins mit seinem Foleo noch sehr optimistisch aus.
Foto: Palm

Er und Jeff Hawkins sähen weiterhin ernormes Potential für die vom Foleo definierte Marktkategorie. Wenn Palm das Gerät herausbringen werde, dann auf Basis seiner neuen Plattform. "Über den Zeitpunkt für einen nächsten Foleo spekulieren wir nicht, wir wissen nur, dass wir zuerst einmal unsere Kernplattform und Smartphones fertig kriegen müssen", schreibt Colligan weiter.

Dann entschudigt sich der Palm-Chef noch brav bei der Kunden, die sich schon auf ihren Foleo gefreut haben (dazu gehört er auch selbst) und bei den Entwicklern, die bereits an Lösungen für die Totgeburt gewerkelt hatten.

Die geplante Abschreibung von "weniger als zehn Millionen Dollar" sei zwar eine Menge Geld, aber immer noch "ein kleiner Preis im Vergleich zu den Kosten, die fällig geworden wären, um auf die Dauer zwei Plattformen voranzutreiben". Somit sei die Entscheidung im besten Sinne der Kunden, der Firma, ihrer Produkte und ihrer Aktionäre. Der erneuerte Fokus werde es Palm hoffentlich erlauben, überzeugendere Lösungen für seinen Kernmarkt Smartphones zu liefern.

Nutzer reagieren überwiegend positiv

Den Kommentaren auf den Beitrag nach zu schließen könnten sich die Vorseriengeräte des Foleo noch zu begehrten Sammlerstücken entwickeln. Die meisten Leser reagieren lobend oder zumindest verständnisvoll. "Einzusehen, wann es an der Zeit ist, sich von einem schlechten Investment zu trennen, ist eine der härtesten Lektionen, die man im Geschäftsleben lernen muss. Viele Leute bekommen das ihr Lebtag lang nicht hin. Glückwunsch", schreibt zum Beispiel "Savygeek". Und gleich im Anschluss "Doctor Memory": "Danke, dass Ihr diesen schwierigen - und sehr weisen - Schritt tut. Es kommt selten vor, dass eine Firma sich ehrlich betrachtet und harte Entscheidungen fällt. Fairerweise muss man sagen, dass aber jeder dasselbe gedacht hat, und wir sind froh, dass Ihr das Licht gesehen habt."

Etwas härter geht Ted Kalowski mit Palm ins Gericht. "Das war ein lächerliches Produkt. Vielleicht schafft Palm es jetzt endlich, etwas Nützliches zu bauen, wie einen Tungsten C mit integriertem Telefon." Und Paul Thompson urteilt: "Guter Job, Ed. Der Foleo wäre dead on arrival gewesen. In der Tat eine mutige Entscheidung." Ins gleiche Horn bläst "Jonathan": "Es gibt also noch ein funktionierendes Hirn bei Palm - besser später als nie, würde ich sagen!" (tc)

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