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Sechs-Tage-Woche

Fachkräftemangel: Bitkom fordert Sechs-Tage-Woche für IT-Experten

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Der Mangel an ausreichend qualifizierten und günstigen IT-Fachkräften verschärft sich: Der Branchenverband Bitkom plädiert daher für die Einführung der Sechs-Tage-Woche in der IT-Branche - ohne Lohnausgleich. Allerdings nur, wenn der Samstag auf einen 1. April fällt.

IT-Spezialisten sind derzeit ein gefragtes Gut - speziell, wenn sie hervorragend ausgebildet und nicht allzu teuer sind. Mit einem neuen Vorschlag zur Linderung der Probleme von Unternehmen hat jetzt der Branchenverband Bitkom auf sich aufmerksam gemacht: In einem nicht veröffentlichten Strategiepapier des Bitkom-Arbeitskreises "Personal und Arbeitsrecht" wird die Auflösung der traditionellen Arbeitsstrukturen in der IT-Branche gefordert, die auf den klassischen fünf Werktagen basieren. "Eine Ausweitung der Kernarbeitszeit in der IT-Branche auf den Samstag ist dringend anzuraten", heißt es in dem Dokument. Allerdings sei es "wenig zielführend", lediglich die bisherige Wochenarbeitszeit auf sechs Tage aufzuteilen - Minimalziel müsse es sein, gleichzeitig die Wochenarbeitszeit von IT-Experten auf 45 Stunden zu steigern.

Gerade im internationalen Standortvergleich sei es entscheidend für den nachhaltigen Erfolg, dass deutsche IT-Organisationen nicht allzu weit hinter die Effizienz und Performance der offshore operierenden Unternehmen zurückfallen. Sollte dies geschehen, drohe der deutschen IT-Industrie der "Sturz in die Bedeutungslosigkeit". Die traditionelle Verfügbarkeit heimischer Fachkräfte nur von Montag bis Freitag sei in jedem Fall ein Anachronismus, den man sich in der heutigen Zeit nicht mehr leisten könne. "Der Samstag", so das Strategiepapier, "darf in der Wertschöpfung kein Tabutag bleiben." Zudem gebe es keinen vernünftigen Grund, am Samstag nicht zu arbeiten.

Dass durch eine Ausweitung der Arbeitszeit auch die Löhne und Gehälter der IT-Experten in gleichem Umfang steigen, muss bezweifelt werden. Das Motto heißt hier: "Do more for less." Das Durchschnittsgehalt eines indischen Entwicklers liege bei umgerechnet rund 5.000 Euro pro Jahr, rechnet der Bitkom vor. Im Gegensatz dazu kassiere ein heimischer IT-Experte im dritten Berufsjahr bereits über 65.000 Euro - bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 36 Stunden gegenüber 55 Stunden in Indien. Diese Rechnung, so der Bitkom, geht nicht auf. Allerdings ist das Strategiepapier sehr vage gehalten, was die Definition des Begriffs "IT-Experte" betrifft. Eingegrenzt wird "Experte" nur durch die Verwendung von Synonymen wie etwa "Fachmann", "Spezialist" oder "Entwickler". Damit ist klar, dass der IT-Vertrieb auch künftig am Samstag frei haben wird. Ob auch "IT-Entscheider" am Wochenende in die Firma einrücken sollen, steht indes in den Sternen. (ajf)

Update: Leider hat der Bitkom sein virtuelles Strategiepapier vom 1. April zwischenzeitlich inoffiziell gelöscht und jegliche Verantwortung für dort nicht niedergeschriebene Gedankenspiele zur Ressourcenoptimierung prompt auch nicht dementiert.

Mehr dazu?

  • Das muss ein IT-Profi 2008 beherrschen

  • Fünf entscheidende Skills (abseits der Technik)

  • Paradoxon: IT und sexy

(2 Beiträge), 
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acesal
@IT-Fachmann1965: Nur keine Angst, betroffen sind doch nur IT-Experten... zum Beitrag

IT-Fachmann1965
Die Bitkom entwickelt sich beim Thema "Fachkräftemangel" immer mehr zur Nebelmaschine: 1. Der Fachkräftemangel existiert nur in bestimmten Bereichen: SAP-Beratung, Programmierung, Datenbankentwicklung. 2. Diesen Fachkräftemangel haben die Firmen, dank mangelnder Ausbildung in den Betrieben und überzogener Anforderungen sowie Altersdiskriminierung selber mit verschuldet. 3. Glaubt wirklich irgendjemand, dass ein vielgefragter IT-Fachmann mit 65000? Jahresgehalt (z. B. im SAP-Consulting) nur 36 Wochenstunden arbeitet? In Wirklichkeit arbeiten diese Leute in den Projekten und Aufträgen teilweise bis zum Burn-Out und müssen irgendwann zwangsweise in den Urlaub geschickt werden, damit die arbeitsrechtlichen Vorschriften nicht gar zu krass verletzt werden. Die Bitkom muss aufpassen, dass sie sich mit solchen Pressemitteilungen nicht gänzlich unglaubwürdig macht. zum Beitrag


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