CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS
Schließen
Dock ein-/ausblenden
Nachrichtenarchiv

"The Great Firewall" mal wieder ein Stück höher

Tibet: China zensiert Google News und YouTube

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken
Angesichts des aktuellen Aufstands in Tibet hat die chinesische Regierung ihre Zensur des Internets verschärft.

Unter anderem ist im "Reich der Mitte" derzeit kein Zugriff auf Google News und die gleichfalls zu Google gehörende Video-Seite YouTube möglich. China will offensichtlich verhindern, dass Bewegtbilder der Unruhen in mehrere tibetischen Städten, darunter der Hauptstadt Lhasa, an die Weltöffentlichkeit gelangen.

Eine junge Tibeterin macht ein Friedenszeichen. (Q: Wikimedia Commons)
Eine junge Tibeterin macht ein Friedenszeichen. (Q: Wikimedia Commons)
Eine junge Tibeterin macht ein Friedenszeichen. (Q: Wikimedia Commons)

Nach Angaben der tibetischen Exilregierung hat der Aufstand schon mehr als 80 Todesopfer gefordert. Die Demonstrationen in Lhasa begannen am 10. März zum Gedenken an den Tibetaufstand aus dem Jahr 1959, infolgedessen das spirituelle Oberhaupt, der Dalai Lama, nach Indien geflohen war. China hatte Tibet in den 1950er Jahren gewaltsam annektiert. Die Zugehörigkeit Tibets zur Volksrepublik China ist in der breiten Öffentlichkeit umstritten, obwohl es weltweit keinen Staat gibt, der dies auf diplomatischer und politischer Ebene offiziell in Frage stellt.

In der Volksrepublik China gibt es bis auf die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao keinen freien Zugang zum Internet. Zur Kontrolle der Netzverbindungen hat das Ministerium für Öffentliche Sicherheit in Peking ein gigantisches Filtersystem errichten lassen, dass außerhalb Chinas in Anspielung auf die Chinesische Mauer als "The Great Firewall" bezeichnet wird.

Mit der "Great Firewall" sperren die Machthaber in Peking zum einen gezielt unliebsame Webangebote wie jetzt auch YouTube, das Filme aus Tibet verbreitet, oder routinemäßig die Nachrichten des britischen Senders BBC und Webseiten von Menschenrechtsgruppen. Um einen Zugriff unmöglich zu machen, wird unter anderem verhindert, dass Browser-Eingaben mit einem sogenannten Domain Name Server (DNS) in die technisch notwendige Zieladresse in Form einer IP-Adresse (212.58.251.202) übersetzt werden. Gleichzeitig wird der Zugriff auf diese Server-Adressen blockiert, so dass Internet-Anwender auch mit der direkten Eingabe der IP-Adresse nicht zum Ziel kommen. Die beiden Methoden, DNS-Filter und IP-Blocker, sind technisch gesehen vergleichsweise einfach umzusetzen.

Mit einem deutlich höheren Aufwand versuchen die chinesischen Behörden aber auch kleinere und weitgehend unbekannte Internet-Angebote zu blockieren. Dazu werden nicht nur die Webadressen (URL) nach Schlüsselwörtern wie Tibet untersucht. Der Filter erfasst den gesamten Netzverkehr, der in den Datenpaketen des Internet-Protokolls TCP/IP erfolgt. Damit scannt die "Great Firewall" nicht nur den Aufruf von Webseiten (Protokoll HTTP), sondern auch Dateiübertragungen (FTP) oder die Übertragung von E-Mails (POP).

Von besonderer Bedeutung für die Internet-Zensur in China sind Suchmaschinen. Wie der heimische Anbieter Baidu unterwerfen sich auch ausländische Unternehmen wie Google einer umstrittenen Selbstzensur, in dem sie eigenhändig systemkritische Inhalte aus den Suchergebnissen herausfiltern, um in China weiterhin Geschäft machen zu können. (tc)

(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Die beste Freeware der Welt Die beste Freeware der Welt Jede Aufgabe am PC lässt sich mittels Freeware hervorragend lösen. Wir stellen die besten Freeware-Programme vor, die auf keinem Rechner fehlen sollte ...
weiter
10 Fotosharing-Dienste im Check (Foto: Stefan von Gagern) 10 Fotosharing-Dienste im Check Wer gewinnt den "Website Award" in der Kategorie Fotosharing-Portale? Wir haben zehn bekannte Angebote unserem Website-Check unterzogen.
weiter
Marktübersicht Ultrabooks Marktübersicht Ultrabooks Die schicken Ultrabooks sollen dem iPad Paroli bieten. Doch was leisten die Topmodelle der Anbieter wirklich? Und sind sie ihren Preis wert?
weiter
Honig verführt Hacker (Foto: Yuri Arcurs - Fotolia) Honig verführt Hacker Mit Honigtöpfen, zu englisch Honeypots, lockt die Telekom Angreifer im Internet auf IT-Systeme ohne Funktion.
weiter
Welche Geräte von der WPS-Lücke betroffen sind Welche Geräte von der WPS-Lücke betroffen sind Eine neu entdeckte Schwachstelle erlaubt es aber, den PIN-Schutz WPS in WLAN-Komponentenen schnell und einfach auszuhebeln.
weiter
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke
Mobile & Apps