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Kassieren für das Interview

Fachkräftemangel: Firmen sollen für Bewerbungsgespräche zahlen

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Gute Nachrichten für IT-Experten, die sich beruflich verändern möchten: In den USA ist eine Site an den Start gegangen, auf der Stellensuchende für Bewerbungsgespräche Geld von Firmen kassieren können.

Der Mangel an IT-Fachkräften in den USA treibt seltsame Blüten: Die Job-Website NotchUp.com, die diese Woche im Rahmen der Konferenz DEMO 08 an den Start geht, hat sich ein neues Geschäftsmodell einfallen lassen, mit dem angeblich alle Beteiligten des Recruiting-Prozesses zufrieden sind – neudeutsch: Win-Win-Win. Bei NotchUp registrierte Bewerber können nämlich einen Preis festlegen, für den sie an einem Bewerbungsgespräch mit dem potenziellen Arbeitgeber teilnehmen würden. Der Site zufolge beteiligen sich Google, Barracuda Networks und Yahoo daran – letzterer Arbeitgeber hat derzeit indes andere Probleme.

NotchUp schlägt dem Kandidaten, für den das Angebot kostenlos ist, einen Richtpreis vor, der auf den Skills, der Branche und der Berufserfahrung basiert. Über den Daumen gepeilt sind das 300 bis 600 Dollar. Daran müssen sich die Jobsucher allerdings nicht halten. Recruiter können die (anonymisierten) Profile der Experten durchsuchen und den Kandidaten Angebote unterbreiten. Wenn diese auf den Deal eingehen, sammelt NotchUp die Gebühr ein, leitet sie weiter und vermittelt die Kontaktdaten. Profile des Social Networks LinkedIn lassen sich importieren und anonymisieren – auch gegenüber dem derzeitigen Arbeitgeber.

Dabei stellt das Start-Up folgende Rechnung auf: Ein klassischer externer Headhunter kassiert für eine erfolgreiche Vermittlung rund 20 Prozent des ersten Jahresgehalts (20.000 Dollar bei 100.000 Dollar Gehalt). NotchUp hingegen verlangt durchschnittlich 500 Dollar pro Bewerbungsgespräch, was die Kosten für das suchende Unternehmen deutlich reduzieren soll. Wenn der Kandidat nicht erscheint, sein Profil nicht mit der Realität übereinstimmt oder er das Interview nicht Ernst nimmt, zahlt NotchUp die Gebühr zurück. In diesen Fällen können Unternehmen die Bewerber auf der Site bewerten.

Empfehlenswert für Jobsucher und Personaler sind die Kommentare auf diese neue Geschäftsidee bei TechCrunch – selbst wenn es niemals zu einem bezahlten Interview kommen wird, so ein Leser, hat NotchUp in kurzer Zeit eine nette Sammlung an LinkedIn-Profilen zusammen, die man gegebenenfalls anderweitig in Umsatz verwandeln kann. Andere wiederum sprechen von einer guten Idee, Kritiker warnen vor einem Auswuchs der nächsten Blase. (ajf)

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