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Auch die Armen sollen endlich profitieren

WEF: Bill Gates fordert "sanfteren" Kapitalismus ein

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Der Microsoft-Gründer und künftig Nur-noch-Philanthrop Bill Gates wird heute auf dem World Economic Forum (WEF) in Davos einen sanfteren Kapitalismus einfordern.

Das berichtet vorab das "Wall Street Journal". Gates wünscht sich demnach einen "kreativen Kapitalimus", der die Marktkräfte ausnutzt, um auch die bislang ignorierten Bedürfnisse armer Länder zu befriedigen. "Wir müssen einen Weg finden, damit die Aspekte des Kapitalismus, von denen reichere Menschen profitieren, auch ärmeren Menschen nützen", zitiert die Zeitung aus dem ihr vorliegenden Redemanuskript von Gates.

Der Microsoft-Gründer halte zwar weiterhin den Kapitalismus für das beste Wirtschaftssystem. In einem Interview mit dem "WSJ" in der vergangenen Woche habe Gates aber bereits erklärt, dass er angesichts von dessen Unzulänglichkeiten zunehmend die Geduld verliere.

Besonders ärgere ihn, so Gates in dem Gespräch, dass Fortschritte in den Bereichen Technik, Medizin und Bildung nur den Reichen zugute kämen und an den Armen vorbeigingen. "Für das Drittel Bessergestellte geht es rasch vorwärts", erklärte der Microsoft-Chairman. "Aber für das untere Drittel - immerhin zwei von sechs Milliarden Menschen auf der Welt - ist das unbefriedigend."

Ideen, wie man dem abhelfen könnte, habe Gates auf einem Rückflug von einem Urlaub in Neuseeland vor drei Wochen auf einem gelben Block festgehalten (wie - kein PDA? Kein Tablet-PC??, Anm. d. Red.) und für die Rede in Davos weiter verfeinert, heißt es weiter. Unter anderem schlägt Gates vor, Firmen sollten Geschäftsfelder etablieren, die sich auf Produkte und Dienstleistungen für die Armen fokussieren. "Ein solches Systems hätte eine doppelte Mission: Gewinne machen und gleichzeitig das Leben derer verbessern, die nicht in vollem Ausmaß von den Marktkräften profitieren", will der Microsoft-Gründer demnach sagen.

Gates will sich im Juni 2008 aus seinem Vollzeitjob bei Microsoft verabschieden und dann verstärkt seiner Bill & Melinda Gates Foundation widmen. In dem Interview mit dem "Wall Street Journal" hatte er dazu angekündigt: "Die Idee, Firmen dazu zu motivieren, mit ihren hellsten Köpfen über die Bedürfigsten nachzudenken - und zwar auch über reine Marktchancen hinaus -; es ist angebracht, das zu machen."

Gates philanthropische Ideen werden natürlich mit Aufmerksamkeit verfolgt, nachdem ihn sein Geschäftserfolg zu einem der reichsten Männer der Welt gemacht hat. Seine acht Jahre alte Stiftung expandiert massiv, nicht zuletzt nachdem auch der schwerreiche Berkshire-Hathaway-Investor und Gates-Intimus Warren Buffett ihr 2006 sein Vermögen übereignet hatte. Die damals 31 Milliarden Dollar haben das Vermögen der Gates-Stiftung, dass spätestens 50 Jahre nach dem Tod von Gates und seiner Frau ausgegeben werden soll, auf rund 70 Milliarden Dollar anwachsen lassen.

Auf die Rede von Gates in Davos darf man also mit Sicherheit gespannt sein - spätestens morgen dürfte sie im vollständigen Wortlaut öffentlich sein. (tc)

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