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SAP deutet Kompromisse in Lizenzfragen an

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Auf einer Konferenz der britischen SAP-User ließen Manager des Softwarekonzerns durchblicken, dass die Lizenzbestimmungen durchaus verhandelbar seien.

Bei der diesjährigen Konferenz der britischen und irischen SAP-Anwender standen Lizenzfragen im Mittelpunkt des Interesses. Glynn Lowth, Chairman der User Group, rief den Softwarekonzern dazu auf, seine Lizenzbestimmungen zu vereinfachen, berichtet der britische Nachrichtendienst Computerwire. Für die Anwender werde es immer schwerer, den Durchblick in Sachen Lizenzmetriken zu behalten.

Steve Rogers, Managing Director von SAP in Großbritannien und Irland, wollte zwar auf die Forderung nach Vereinfachung der Lizenzbestimmmungen nicht direkt eingehen. Allerdings versprach der SAP-Manager den Anwendern Gesprächsbereitschaft, sollte es Diskussionsbedarf wegen der Lizenzkosten geben. Der Konzern stehe in der Verantwortung, sollten die Kunden im Rahmen einer Migration auf die aktuelle Softwaregeneration nur die zusätzlichen Kosten sehen, und nicht den Mehrwert für ihr Geschäft. Dieser Punkt sei eine Herausforderung für SAP, räumte Rogers ein. In diesen Fällen könne man jedoch sicher über die Lizenzen diskutieren.

SAP-Anwender müssen für den Schritt von der alten R/3-Generation in die neue Service-orientierte ERP-Welt neue Lizenzen kaufen, wenn sie nicht bereits einen "Mysap"- oder "ERP"-Vertrag abgeschlossen haben. Der Softwarekonzern hat seinen Kunden in den zurückliegenden Jahren den Umstieg mit Rabatten und Anrechnungen bereits getätigter Investitionen in SAP-Software schmackhaft gemacht. Allerdings sind diese Rabatte Jahr für Jahr zurückgefahren worden. Um von den Vergünstigungen zu profitieren, haben deshalb in den vergangenen Jahren viele SAP-Kunden ihre Verträge bereits umgestellt.

Mit der eigentlichen Migration der Systeme nehmen sich die Anwender jedoch Zeit (siehe auch: PAC: SAP-Anwender warten mit Upgrades). Erst mit dem Auslaufen der Standardwartung und den daraus resultierenden höheren Supportkosten machen sich die Unternehmen an die SAP-Migration. Nach Einschätzung von Experten stehen in diesem Zusammenhang jedoch in erster Linie technische Upgrades im Vordergrund. Das bedeutet, dass die entsprechenden SAP-Systeme lediglich auf die neue technische Basis rund um die Business Process Platform (BPP) mit dem Enterprise Service Repository (ESR) und der Integrationsplattform Netweaver gehievt werden. Und viele SAP-Systeme bieten Potenzial für Nachbesserungen (siehe auch: SAP-Nutzer können viel Ballast abwerfen).

Die SAP-Verantwortlichen predigen ihren Kunden bereits seit Jahren die Vorzüge ihrer neuen Enterprise Service-orientied Architecture (E-SOA) (siehe auch: Sapphire: SAP dementiert Probleme und feiert E-SOA). Demnach könnten sich die Firmen wesentlich agiler in ihren Märkten bewegen und neue Geschäftsprozesse flexibler und vor allem schneller implementieren. Doch offenbar trauen die Anwender diesen Versprechungen nicht so recht. Funktionale und strategische Upgrades, in deren Rahmen die Anwender ihre Prozesse neu strukturieren und mit einer Service-orientierten Softwarearchitektur unterlegen sind derzeit noch kaum im Markt zu sehen. Experten gehen davon aus, dass diese Migrationen erst in den kommenden Jahren eine größere Rolle in den IT-Überlegungen der Anwender spielen werden.

Wie die aktuellen Diskussionen in Großbritannien zeigen, spieen Kunden nach wie vor der Kostenaspekt die größere Rolle. Dazu kommt, dass sich SAP außerhalb Deutschlands durchaus einem härteren Wettbewerbsdruck stellen muss. Beispielsweise versprechen Hersteller wie Oracle, dass der Umstieg auf die neue Fusion-Applikationslinie, deren erste Module im kommenden Jahr auf den Markt kommen sollen, durch bestehende Supportverträge ohne weitere Lizenzkosten abgedeckt sei (siehe auch: Oracle bringt sich für Fusion Applications in Stellung). Lediglich zusätzliche Funktionen müssten von den Anwendern neu lizenziert werden. (ba)

Weitere Informationen zum Thema SAP-Umstieg lesen Sie in der exklusiven COMPUTERWOCHE-Serie "SAP-Magration":

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