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PAC: SAP-Anwender warten mit Upgrades

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Analysten gehen davon aus, dass viele SAP-Kunden den Umstieg auf das aktuelle ERP-Release auf die lange Bank schieben und erst ab 2009 strategische Upgrade-Projekte einplanen.

Foto: SAP

Der Großteil der SAP-Kunden steht vor der Herausforderung, ihr bestehendes ERP-System auf das aktuelle Release "SAP ERP" umzustellen, stellen die Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) in ihrer jüngsten Umfrage zum hiesigen ERP-Markt fest. Viele Anwender haben es mit dem Umstieg jedoch nicht eilig. Ende des vergangenen Jahres hatten gerade ein Viertel der SAP-Kunden ihr Upgrade abgeschlossen. PAC hatte dazu 15 SAP-Service-Provider sowie verschiedene Anwender befragt.

Um ein Upgrade werden die SAP-Kunden jedoch nicht herumkommen. Nach den Supportkonditionen der Walldorfer hat für die R/3-Versionen bis 4.6B bereits Anfang 2007 die kundenspezifische Wartung begonnen. R/3-Release 4.6C steckt seit Anfang des Jahres in der erweiterten Wartung, die zwei Prozentpunkte mehr kostet. Ab 2008 müssen Kunden dafür vier Prozentpunkte über dem Standardwartungssatz der SAP berappen. Ab Ende 2009 geht R/3 4.6C in die kundenspezifische Wartung über.

Viele Experten hatten angesichts der Release- und Wartungspolitik von SAP damit gerechnet, dass das Gros der SAP-Kunden bereits 2007 oder 2008 den Umstieg anpackt. Diese Upgrade-Welle sehen die PAC-Analysten nun nicht mehr. Sie gehen davon aus, dass die Welle erst 2009 ihren Höhepunkt erreichen wird – sowohl von der Anzahl der Projekte her wie auch vom Marktvolumen.

Zudem müssten die unterschiedlichen Upgrade-Arten beachtet werden, erinnert PAC-Senior Consultant Klaus Holzhauser. Der hiesige Markt zeige derzeit einen hohen Anteil an technischen Upgrade-Projekten. "Dieser Trend wird weiter anhalten." Erst 2009 erwartet Holzhauser, dass die Zahl der funktionalen und strategischen Upgrades die der technischen überschreitet. Viele Unternehmen würden PAC zufolge ihren SAP-Umstieg in zwei unabhängige Vorhaben aufteilen. Auf das technische Upgrade folge in einem separaten Projekt zu einem späteren Zeitpunkt das funktionale beziehungsweise strategische Upgrade. Diese Strategie habe aus Anwendersicht den Vorteil, dass sich die Verantwortlichen im Vorfeld intensiver mit dem Vorhaben auseinandersetzen und ihre Anforderungen klarer formulieren könnten.

Grundsätzlich sei der Umstieg auf SAP ERP aus systemtechnischer Sicht einfacher zu absolvieren, als viele Migrationen der Vergangenheit. Entsprechende Projekte seien beherrschbar, überschaubar und relativ einfach zu planen. Stand in früheren Migrationsvorhaben in aller Regel eine funktionale Erweiterung im Vordergrund, ist nun zunächst der Umstieg auf eine neue Technikplattform zu meistern. SAP hat seinen früheren monolithischen Softwarebau aufgespalten und favorisiert nun mit Enterprise-SOA (E-SOA) eine Service-orientierte Architektur (SOA), die auf der Business Process Platform (BPP) mit der Integrationsplattform Netweaver und dem Enteprise Service Repository (ESR) als zentrale Komponenten basiert.

Die SAP-Verantwortlichen haben ihren Kunden in den vergangenen Jahren die Vorzüge von SOA gebetsmühlenartig immer wieder gepredigt. Angesichts des steigenden Wettbewerbsdrucks müssten sich die Unternehmen flexibler und agiler aufstellen, um schneller auf Veränderungen im Markt reagieren zu können. Zwar kommen Argumente wie die größere Flexibilität langsam bei den Anwendern an, jedoch stehen nach wie vor konkrete Argumente wie die höheren Wartungsgebühren für die Alt-Releases für die Kunden stärker im Blickpunkt.

Mehr zum Thema SAP-Upgrade erfahren Sie in der exklusiven COMPUTERWOCHE-Serie "SAP-Migration":

Teil 1: Ratgeber für SAP R/3-Umsteiger

Teil 2: Neun Regeln für den SAP-Wechsel

Teil 3: Weidmüller stützt weltweite Prozesse auf SAP ERP

Teil 4: Erst SAP-Schlankheitskur, dann Unicode

Teil 5: SAP-R/3-Umstieg mit wenig Systemstillstand

Teil 6: Stromversorger nimmt SAP ERP ans Netz

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