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Mittelstand

Schwarze Schafe ruinieren Ruf der Call-Center-Branche

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Nach Schätzungen der Marktforschungsinstituts GfK rufen Call-Center-Agenturen etwa 900.000 Mal täglich unaufgefordert bei Privatpersonen an. Nun will sich die Call-Center-Branche stärker von unseriösen Anbietern abgrenzen und fordert ein Einschreiten der Politik.

"Die schwarzen Schafe ruinieren den Ruf einer ganzen Branche", sagte Wendelin Meyer-Mölck gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Meyer-Mölck ist in der Geschäftsführung der Mainzer DTMS GmbH, einem der größten Anbieter von Servicerufnummern in Deutschland. Das Unternehmen gehört zur Hamburger D+S-Gruppe, die wiederum viele Callcenter betreibt. Etwa 90 Prozent des Geschäftes sind hier aber eingehende Anrufe (Inbound) von Kunden der diversen Hotlines und Serviceangebote von Unternehmen oder Verbänden. Genutzt werden dafür einerseits die kostenlosen Nummern, die mit 0800 beginnen. Aber auch die Nummern mit 0180 oder die neuen 0900-Nummern gehören zum Geschäft - und leiden offenbar unter dem schlechten Ruf der Callcenter.

"Die Servicerufnummern werden zum Sündenbock und in eine Art Sippenhaft genommen", sagte Meyer-Mölck der FAZ. "Wir fordern von der Politik daher, die Regeln zu verschärfen und vor allem die bestehenden Gesetze konsequenter anzuwenden, um die schwarzen Schafe stärker unter Druck zu setzen", so der DTMS-Manager weiter. Auch die Bundesnetzagentur sollte härter durchgreifen, wenn etwas schief läuft, wünscht sich Meyer-Mölck.

Dabei wird die Nutzung dieser Nummern für den Kundendialog der Unternehmen immer wichtiger. So wächst der Markt für diese Serviceangebote nach seinen Angaben um zehn bis 15 Prozent pro Jahr. Diese Entwicklung werde auch durch die Probleme mit den ungewollten Werbeanrufen nicht aufgehalten. Dafür sei der telefonische Kundenkontakt für die Firmen inzwischen zu wichtig. So führe das Filialsterben in vielen Branchen dazu, dass immer mehr Service, der früher von den Mitarbeitern vor Ort geleistet wurde, in die Callcenter ausgelagert wird.

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