Die (zunächst unbefriedigende) Antwort lautet: Es gibt keines! Zu sehr haben beide Welten in den letzten Jahren voneinander gelernt und sich dementsprechend einander angenähert. Vielmehr muss die spezifische Situation des Anwenders anhand einer Vielzahl von Kriterien betrachtet werden, um den optimalen Lösungsansatz für seine Anforderungen zu ermitteln. Die wichtigsten Punkte sind in Tabelle "Entscheidungskriterien für klassische Inhouse- und On-Demand-Lösungen" zusammengefasst. Beispielsweise besagt die erste Zeile, dass für einen Anwender mit hoher Nutzerfluktuation eine CRM-on-Demand-Lösung Vorteile bringt, weil die Administration der Nutzer (Anlegen der neuen, Löschen der alten) vom Hosting-Anbieter übernommen wird.
![]() | Entscheidungskriterien für klassische Inhouse- und SaaS-Lösungen |
Immerhin zeigt sich eine Tendenz: Wer schnell eine weitgehend standardisierte Anwendung aufsetzen will, die aber von häufig wechselnden Nutzern an einer Vielzahl von Standorten genutzt werden soll, wobei die zugrunde liegende Hardware- und Software-Infrastruktur ohne großen internen Aufwand immer auf dem neuesten Stand sein sollte, der tut gut daran, intensiv über On-Demand-Anwendungen nachzudenken. Wer aber seine Ressourcen eher in die Einführung und laufende Weiterentwicklung einer sehr spezifischen Anwendung auf einer stabilen Infrastruktur stecken will, um sie seinem relativ konstanten Nutzerkreis über einen langen Zeitraum zur Verfügung zu stellen, der wird wahrscheinlich eher bei den klassischen Inhouse-Anbietern fündig.
Speziell im CRM-Bereich wurden in den letzten Jahren einige spektakuläre Geschäftsabschlüsse im On-Demand-Bereich verkündet. Dies muss aber nicht zwangsläufig einen Trend ausmachen, da Projekte für Großkunden in der Regel ein Profil mit deutlichen Vorteilen für die Inhouse-Lösung haben: Anbieterwechsel nicht vorgesehen, viel Customizing (aufgrund von Anforderungen aus vielen Bereichen einer ausgedehnten Unternehmenshierarchie), viel Integration mit Drittsystemen und die Bereitschaft, dafür eine längere Projektlaufzeit in Kauf zu nehmen (da der Faktor Zeit bei Großunternehmen in der Regel eine wesentlich geringere Rolle spielt als bei kleinen und mittleren Unternehmen).