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Mittelstand

SAP lüftet den Schleier über neuer Mittelstandssoftware - aber nur ein wenig

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SAP hat bestätigt, an einer neuen Mittelstandssoftware und einem neuen Vermarktungskonzept zu arbeiten.

"Mit einem neuen Ansatz für den Erwerb, den Einsatz und die Finanzierung von Geschäftssoftware will SAP weitere Kundensegmente im Mittelstand erschließen", heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Walldorfer Softwarehauses. Damit bestätigten die SAP-Verantwortlichen entsprechende Spekulationen der zurückliegenden Wochen (siehe auch: Update: SAP will im ersten Quartal neues Mittelstandsprodukt lancieren).

Noch wollen sich die badischen Softwerker allerdings nicht in die Karten schauen lassen. Konkrete Informationen über die neue Software dringen nur spärlich an die Öffentlichkeit. Die Lösung soll das bestehende Softwareportfolio ergänzen und auf einer Service-orientierten Architektur (SOA) aufbauen, hieß es. Darüber hinaus könnten Anwender das Produkt im Hosting-Verfahren einsetzen beziehungsweise on-Demand als Software-Service beziehen und die Betriebskosten deutlich reduzieren.

Um wie viel geringer, will SAP bislang nicht verraten. Auch zu den Kosten sowie möglichen Hosting- und On-Demand-Partnern liegen noch keine Informationen vor. Derzeit befinde sich die Lösung laut SAP in der ersten Markterprobung. Weitere Details zur Produkt-Roadmap will der Hersteller noch im laufenden ersten Quartal preisgeben.

Den Anwendern verspricht SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann eine zügige Implementierung, hohe Anpassbarkeit einfache Bedienung der neuen Mittelstandslösung. Der Hersteller will das Produkt im so genannten "Try-Run-Adopt"-Verfahren anbieten, das den Kunden die Möglichkeit bietet, die Software zunächst auszuprobieren.

Ansprechen will SAP damit mittelständische Firmenkunden, die bislang mit dem Softwareportfolio aus Walldorf nichts anfangen konnten. "Die Kombination aus einem völlig neuen Produktkonzept und einem innovativen Geschäftsmodell bietet für SAP neues Umsatzpotenzial in diesem zum Großteil noch unerschlossenen Markt", hofft Kagermann. Das Gesamtvolumen dieses potenziell erreichbaren Marktes beziffert er auf 15 Milliarden Dollar.

Um hier zu punkten, muss SAP jedoch erst einmal selbst Geld in die Hand nehmen. Man werde in die Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells investieren, ließ der Hersteller verlauten. Neue Vertriebsstrukturen sollen den Weg in Richtung Volumengeschäft und ein größeres Partnernetz ebnen. Verantwortlich dafür ist Hans-Peter Klaey, der seit Herbst vergangenen Jahres den globalen Geschäftsbereich Mittelstand verantwortet (siehe auch: SAP bastelt wieder am Mittelstandskanal).

Die neue Strategie lässt sich SAP in den kommenden zwei Jahren zwischen 300 und 400 Millionen Euro kosten. "Zusätzliche Marktchancen in neuen, noch unberührten Segmenten im Mittelstand adressieren", lautet das Ziel. Dafür nimmt der Softwarekonzern Abstriche beim Gewinn in Kauf. Die Marge soll wegen der geplanten Investitionen im laufenden Jahr um ein bis zwei Prozentpunkte niedriger ausfallen als vorgesehen. Demnach liegt die geplante Spanne bei der operativen Marge für 2007 zwischen 26 und 27 Prozent. Im zurückliegenden Jahr betrug diese 27,3 Prozent.

SAPs Ziele sind ehrgeizig. Bis zum Jahr 2010 soll sich die Kundenzahl des Softwarekonzerns auf rund 100 000 verdreifachen. Da das Feld der Großkunden weitgehend abgegrast ist, wird sich der Hersteller hauptsächlich bei den Mittelständlern neue Weidegründe suchen müssen, um die eigenen Vorgaben zu erreichen. Das adressierbare Marktvolumen soll sich von 30 Milliarden Dollar im Jahr 2005 auf etwa 70 Milliarden Dollar im Jahr 2010 erhöhen.

SAP hatte in den vergangenen Jahren wiederholt angekündigt, mehr Geschäft im Mittelstand zu suchen, war damit aber nach Einschätzung vieler Experten wenig erfolgreich. Diverse Umstrukturierungen in diesem Geschäftsbereich sorgten zudem für Unruhe. Ob die neue Initiative greift, bleibt abzuwarten. Für SAP gilt es zunächst, Antworten auf verschiedene Fragen zu liefern. So muss unter anderem klar werden, wie sich die neue Software zu den bereits bestehenden Mittelstandslinien "All-in-One" und "Business One" positioniert. Vor allem die Partner - etwa 900 im All-in-One-Umfeld und 1350 für Business One -, die bereits Lösungen rund um die SAP-Software gestrickt haben, werden wissen wollen, wie es um die Zukunft ihrer Kernapplikationen bestellt ist. (ba)

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