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Mittelstand

Ratgeber Open-Source-Software

10 Tipps für den Umgang mit Linux

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von Jan Schulze (freier Autor in Erding bei München)
Vor allem wegen der kostenlosen Verfügbarkeit interessieren sich immer mehr Unternehmen für das Open-Source- Betriebssystem Linux. Doch vor dem Start größerer Projekte sollten Firmen genau prüfen, ob die freie Software zur eigenen IT- und Unternehmensstruktur passt.

OPEN- SOURCE-SOFTWARE erfreut sich wachsender Beliebtheit. Spektakuläre Entscheidungen, wie sie zum Beispiel die Stadt München mit dem Bekenntnis zum Linux-Desktop gefällt hat, sind nur die medienwirksame Spitze des Eisbergs. Open Source ist in vielen Unternehmen heute Realität, Produkte wie Linux, der Web-Server Apache oder die DatenbankMySQLgehören mancherorts fast schon zur Standardausstattung der IT. Rund 44 Prozent aller deutschen Unternehmen und Organisationen nutzen laut dem 2002 erschienenen FLOSSReport (Free/ Libre Open Source Software) von Berlecon Research die Produkte der Community. Und die Marktforscher von Techconsult stellten bei einer aktuellen Befragung von insgesamt mehr als 1000 IT-Leitern fest, dass in Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern bereits 27 Prozent der Firmen Linux auf dem Server im Einsatz haben. Bis 2005 werden es demnach 30 Prozent sein. Während sich jedoch Großkonzerne und die öffentliche Verwaltung mit üppigen Ressourcen auf Linux- Projekte stürzen können und dabei massiv von Hardware- und Dienstleistungsanbietern unterstützt werden, sollten mittelständische Unternehmen behutsam und sehr überlegt an das Thema herangehen.

1. Know-how überprüfen

Linux allein bringt keinen Nutzen. Erst die Applikationen, die auf demLinux-Server laufen, bringen Funktionen. Die bei Linux oft eingesetzte quelloffene Software ist sehr vielfältig, was Bedienkonzepte oder Konfigurationsmöglichkeiten betrifft. Damit eine Lösung entsteht, müssen immer mehrere Produkte zusammengeführt werden. Bekanntestes Beispiel ist der LAMP-Server - Linux, Apache, MySQL und PHP ergeben zusammen diese verbreitete Form des Web-Servers. Um größere Projekte zu konzeptionieren und umzusetzen, braucht es also eine Menge Know-how - sowohl in den Grundlagen als auch in einigen Spezialthemen. Ein Unternehmen, das sich für Linux interessiert, sollte frühzeitig die Qualifikationen der IT-Mitarbeiter überprüfen. Denn die grundlegenden Fähigkeiten - allen voran Basiswissen um Linux sowie Netzkonfigurationen - müssen intern vorhanden sein. Sonst muss wegen jedem neu anzulegenden User und anderen Kleinigkeiten ein externer Dienstleister beauftragt werden. Und das kann teuer werden, denn der Tagessatz eines Beraters ist im Linux-Bereich nicht niedriger als bei Unix oder Windows.

2. Klein einsteigen

Wie bei jeder IT-Umstellung spielen die bestehenden Daten eines Unternehmens eine zentrale Rolle. Diese müssen in der neuenAnwendung wieder zur Verfügung stehen. Somit gilt es, bereits zu Beginn eines Projekts zu prüfen, ob die geplante Anwendung auf dem Linux-Server mit den alten Daten zurechtkommt oder ob diese Daten konvertiert werden können. So wird sich ein Unternehmen, das als Datenbank Microsoft Access einsetzt, beim Wechsel zu Linux recht schwer tun.Wer bereits vorher mit Open-Source-Datenbanken wie MySQL oder SAP DB (heute MaxDB) gearbeitet hat, ist hier im Vorteil.
Kaum Probleme sind dagegen bei einfachen, dedizierten Servern zu erwarten. Ob ein Datei-Server als Betriebssystem Windows hat oder ob ein System mit Linux und Samba aufgebaut wird, ist den PCs im Unternehmen egal. Hier liegt kein spezielles Datenformat vor. Auch Druck- und Web-Server lassen sich in aller Regel problemlos und mit geringem Aufwand auf dem Open- Source-Betriebssystem abbilden, da sich hier weitgehend einheitliche Standards beim Datenformat durchgesetzt haben.

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