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Mittelstand

Osteuropäische Ingenieure für den deutschen Markt

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von pte pte
Personalberater rekrutieren Ingenieure zunehmend in östlichen Nachbarländern, da im deutschsprachigen Raum das Potenzial erschöpft ist.

Dass es in Deutschland einen Mangel an Ingenieuren gibt, darüber herrscht mittlerweile ein breiter Konsens. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) kündigte in der Haushaltsdebatte im Bundestag vor kurzem daher die Öffnung des Arbeitsmarktes für Elektro- und Maschinenbauingenieure aus den neuen EU-Beitrittsländern zum 1. November an. Für diese Fachkräfte entfalle die bisherige Nachrangigkeits-Prüfung. Hintergrund: Der Ingenieurmangel in Deutschland ist verheerender als bislang angenommen. 2006 fehlten nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) bundesweit 50.000 Fachkräfte, der wirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden. Der Bedarf der Unternehmen lässt sich auch nicht aus Nachbarländern wie Österreich, der Schweiz oder den Niederlanden decken, da die Zahlen der Absolventen im Vergleich zu Deutschland sehr gering sind.

Um den akuten Mangel an bestimmten Spezialisten zu decken, bietet sich die Rekrutierung in den mittel- und osteuropäischen Ländern an, da hier viele Ingenieure ausgebildet werden.Das Kölner Personalberatungsunternehmen Kirchconsult konzentriert sich bei der Besetzung offener Positionen unter anderem auf den osteuropäischen Markt. "Unser Unternehmen hat in Krakau eine Repräsentanz eröffnet, um von dort intensiv den Markt zu bearbeiten. Nach unseren bisherigen Erfahrungen gibt es in unserem östlichen Nachbarland ein enormes Potenzial an äußerst fähigen Ingenieuren, die sehr gut Englisch sprechen", erläuterte Marc Emde, Partner und Mitglied der Geschäftsleitung der Kirch Personalberatung, gegenüber pressetext. Länder wie Schweden oder Großbritannien hätten diesen Weg schon erfolgreich beschritten. "Der Markt in den angelsächsischen und skandinavischen Ländern ist jedoch schon stärker gesättigt als der deutsche Markt. Außerdem stellen wir fest, dass Deutschland als Arbeitsmarkt bei polnischen Ingenieuren sehr hoch im Kurs steht. Dass nicht alle von ihnen Deutsch sprechen, stellt für die suchenden Unternehmen kein Problem dar, weil die Verkehrssprache zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrttechnik, die wir mit Spezialisten beliefern, sowieso Englisch ist."

Emde zufolge beobachtet seine Personalberatung sehr genau, welche offenen Stellen am Markt existieren: "Im Anschluss an diese Sondierungsphase erstellen unsere Experten in Polen Listen mit Kandidaten, die für diese Stellen in Frage kommen. Dies hat für die suchenden Unternehmen den Vorteil, dass wir mit einem festen Profil an sie herantreten können. Die Personalverantwortlichen müssen dann nur noch die Entscheidung treffen, welchen Stellenbewerber sie in die engere Wahl ziehen möchten."

Der Kölner Berater bestreitet nicht, dass in Deutschland rund 24.000 Ingenieure ohne Beschäftigung sind. "Das heißt aber nicht, dass man diese Personen nur einzustellen braucht, um den Fachkräftemangel zu beheben. Leider entspricht ein Großteil der arbeitslosen Ingenieure nicht dem Profil der ausgeschriebenen Stellen. Manche verfügen nicht über die nötigen Spezialqualifikationen oder haben seit Jahren an keiner Weiterbildung mehr teilgenommen. Durch den demografischen Wandel wird sich das Problem des Fachkräftemangels bei den Ingenieuren noch verschärfen. Um die entstandene Lücke kurzfristig zu schließen, führt meiner Ansicht nach gar kein Weg daran vorbei, den hoch interessanten polnischen Markt nicht länger zu vernachlässigen", führt der Personalberater aus. (pte)

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