Ratgeber

Die CMDB richtig planen

26.07.2011
Von Christian Wischki und
Daniel Liebhart ist Dozent für Informatik an der ZHAW (Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) und Solution Manager der Trivadis AG. Er ist Autor verschiedener Fachbücher.

Fünf Schritte zum Erfolg

Fünf Schritte zur erfolgreichen CMDB und der Weg zur Optimierung des gesamten Configuration-Management ist frei.
Fünf Schritte zur erfolgreichen CMDB und der Weg zur Optimierung des gesamten Configuration-Management ist frei.
Foto: Trivadis

Der Weg zu einer praxistauglichen CMDB, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen IT-Services und vor allem auch auf die des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten ist, lässt sich in fünf Schritten beschreiben.

1. Die Definition und Identifikation der Configuration Items:

Der erste Schritt im Configuration-Management ist immer die Definition einer Policy dazu, was ein Configuration Item und seine konstituierenden Komponenten darstellt und was nicht. Dazu gehören auch die Informationen und Beziehungen, die für jedes einzelne CI aufgezeichnet und definiert werden, sowie die entsprechenden Dokumentationen.

2. Planung und Strukturierung der CMDB:

Planung und Strukturierung sind neben der Überwachung der CIs die wichtigsten Aufgaben des Configuration-Managements. Wie bereits erwähnt, existiert nicht die eine, alles abdeckende und auch immer passende CMDB für jeden IT-Service und jedes Unternehmen. Eine CMDB muss, wie die Servicebäume und -graphen, stets auf die entsprechenden Bedürfnisse der IT-Services hin entwickelt werden. Eine CMDB kann im Extremfall ein physikalischer Aktenordner sein, in dem alle CIs manuell geführt und aktualisiert werden, oder ein Tool im Millionen-Euro-Bereich, für das man dedizierte Administratoren benötigt, um es am Laufen zu halten. Innerhalb des Configuration-Managements muss die CMDB jedoch stets so strukturiert sein, dass sie einerseits für die entsprechenden Services vollständig ist und sich andererseits für das Configuration-Management auch handhaben lässt. Eine der wichtigsten Grundlagen für den Erfolg von Itil innerhalb eines Unternehmens ist eine CMDB, die man leicht benutzen, verwalten und pflegen kann. Sie muss deshalb immer auf die jeweiligen Anforderungen der IT und des Business hin abgestimmt, entwickelt und optimiert werden.

3. Statusüberwachung des CI-Lifecycle:

Das Configuration-Management hat unter anderem auch die Aufgabe, den Lifecycle-Status der CIs zu überwachen. Auf den ersten Blick stellt dies aus Sicht der physikalischen CIs eines Service keine große Herausforderung dar. Da jedoch innerhalb der CMDB unter anderem auch die Servicekataloge, die Servicebeschreibungen und deren Dokumentationen sowie SLAs (Service-Level-Agreements), OLAs (Operation-Level- Agreements) und UCs (Underpinning Contracts) gepflegt werden müssen, stellen Lifecycle-Betrachtung und Statusüberwachung für das Configuration-Management auch entsprechende Aufwände und Qualitätsanforderungen dar.

4. Verifizierung von Soll und Ist:

Die Verifizierung der realen Ist-Konfigurationen von verschiedenen, in der CMDB hinterlegten CIs in Bezug auf ihre Soll-Konfigurationen bildet eine weitere sehr wichtige Aufgabe des Configuration-Managements. Jede Differenz sollte unverzüglich einen automatischen Incident erzeugen (Incidents können beziehungsweise sollten nicht nur vom User gemeldet werden können, sondern vor allem auch von entsprechenden Monitoring-Systemen). Anschließend wird untersucht, ob die Ist-Konfiguration des CI wirklich falsch ist oder ob in der CMDB falsche Werte hinterlegt sind. In beiden Fällen sollte dies dann mittels eines Incident-Tickets qualitätsgesichert wieder richtiggestellt werden.

5. Reporting der für den Service relevanten KPIs und Optimierung des Configuration-Managements:

Alle servicerelevanten Key-Performance-Indikatoren (KPIs) sollten in für die jeweiligen IT-Services passenden, regelmäßigen Abständen analysiert und dokumentiert werden. Auf Basis der Ergebnisse des Reportings können dann einerseits entsprechend kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVPs) für das Configuration-Management selbst initiiert werden. Andererseits dienen diese auch als Input für das gesamte prozessübergreifende Service-Improvement-Programm (SIP).

Fazit

Die Entwicklung einer für ein Unternehmen und die dort vorhandenen IT-Services optimalen CMDB sowie auch der darin befindlichen Servicegraphen stellt die Grundlage einer jeden erfolgreichen Itil-Einführung dar. Der Weg zu dieser CMDB ist immer eine gute und nicht überdimensionierte Basis- oder Initial-CMDB mit einer skalierbaren Architektur und einer diesbezüglich kontinuierlichen Optimierung. (ue)

Bilder: Fotolia (R. Mizerek) und Trivadis