| IT verbessert Kredit-Rating | |
| IT als Parameter in der Kreditvergabe | |
| Alte Hardware und Software muss auf den Prüfstand | |
| Sourcing-Audits decken Kostenfallen auf |
In der Finanz- und Wirtschaftskrise hat das Management von Vertragsrisiken erheblich an Bedeutung gewonnen. Die Banken sind dazu verpflichtet, neue Vorschriften wie die Eigenkapitalrichtlinien nach Basel II und Mindestanforderungen an das Risiko-Management anzuwenden. Das kann sich bis auf die Vergabe von IT-Outsourcing-Projekten auswirken. Geschäftsführer und IT-Manager sind sich dessen häufig noch nicht bewusst, Gleiches gilt für viele Banken: Für sie spielte die Leistungsfähigkeit und Effizienz einer IT-Abteilung bei der Kreditvergabe und Einstufung im Rating bislang kaum eine Rolle. Beide Seiten müssen jetzt dazulernen.
Banken achten heute bei der Kreditvergabe stark auf ihre Eigenkapitalunterlegung und ziehen als wichtigste Steuergröße die Bonität ihrer Kunden heran. Die Bonität bestimmt in hohem Maße, zu welchen Konditionen Unternehmen Kredite erhalten. Das Rating, also die Beurteilung der Bonität, ist Teil der Kreditentscheidung und Basis der Preisfindung. Hier fließen je etwa zur Hälfte Finanzkennzahlen und qualitative Aspekte ein. Zu den harten Faktoren zählen die Ertragslage, der Cashflow, die Eigenkapitalquote, die Liquidität, Vorräte sowie das Forderungs-Management. Für die qualitative Beurteilung werden unter anderem Produkt und Markt, Planung und Steuerung sowie Unternehmensführung und Informationspolitik bewertet.
Die Banken sind angehalten, ein Rating nicht nur bei der Neuvergabe von Krediten vorzunehmen, sondern regelmäßig. Verschlechtert sich die Einstufung während der Kreditlaufzeit, wird die Bank ihr gestiegenes Ausfallrisiko durch höhere Zinsen finanzieren. Umgekehrt geben Banken eine Verbesserung beim Rating in Form günstigerer Zinsen mehr oder weniger schnell an die Kreditnehmer weiter.
Die verschiedenen Bankengruppen und Rating-Agenturen arbeiten mit zahlreichen Bonitätsklassen. Bei der Rating-Agentur S&P beispielsweise reichen diese von AAA bis D und bilden eine exponentiell zunehmende Ausfallwahrscheinlichkeit ab. Eine Rating-Verbesserung von B nach BB hat demnach eine stärkere Hebelwirkung als ein Anstieg von BBB nach BBB+.