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Mittelstand

Schlechte Zahlungsmoral

"Lieferantenkredit" bringt Firmen in Not

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von Richard Knoll (freier Autor in München)
Die Inkasso-Unternehmen erwarten angesichts der Finanzkrise eine schlechtere Zahlungsmoral in Deutschland. Laut dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) haben aktuell vor allem mittelständische Dienstleister sowie das Handwerk und die Baubranche Probleme mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden.

Wie die BDIU-Herbstumfrage zeigt, rechnen rund 45 Prozent der BDIU-Mitgliedsunternehmen auch im kommenden Jahr mit mehr säumigen Schuldnern. Im Frühjahr waren dagegen noch etwa 78 Prozent der Befragten von einem gleichbleibenden oder sogar besseren Zahlungsverhalten ausgegangen. "Es nehmen jetzt deutlich mehr Kunden einen so genannten Lieferantenkredit in Anspruch, indem sie das Bezahlen fälliger Rechnungen verzögern", erklärte BDIU-Präsident Wolfgang Spitz. "Das ist ein Zeichen für eine weitere Verschlechterung des Zahlungsverhaltens", so Spitz weiter.

Dem BDIU-Präsident zufolge zeigt dies, dass der kräftige Aufschwung vorbei ist und man am Rande der Rezession stehe. Deshalb könnten in der Zukunft deutlich mehr Unternehmen Liquiditätsprobleme bekommen. Zur Begründung verwies Spitz darauf, dass gleichzeitig die Banken gerade auch für mittelständische Unternehmen die Messlatte bei der Gewährung von Krediten höher legten. Und hier helfe kein staatlicher Rettungsplan.

Angesichts dieser Entwicklung rechnet der BDIU nach eigenen Angaben 2009 mit einem deutlichen Anstieg der Firmeninsolvenzen auf bis zu 35.000; nach rund 30.000 im laufenden Jahr und gut 29.000 im Vorjahr. Insolvenzen spiegelten erst mit zeitlicher Verzögerung aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen wider, gab der Verband zu bedenken. "Daher kommt es jetzt für die Unternehmen darauf an, ihre Liquidität zu sichern", erklärte BDIU-Präsident Spitz. Dazu gehöre eine angemessene Ausstattung mit Eigenkapital und ein schnelles Mahnen offener Beträge.

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