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Mittelstand

ERP Quick Check

Business-Software hält oft nicht, was sie verspricht

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von Frank Niemann und Werner Schmid (Geschäftsführer der Gesellschaft zur Prüfung von Software und ERP-Experte)
Der ERP Quick Check, im Juni dieses Jahres als gemeinsame Aktion von der COMPUTERWOCHE und der GPS Gesellschaft zur Prüfung von Software gestartet, hat jeden Monat mehrere hundert Interessierte gereizt. Die Teilnehmer konnten ihre ERP-Systeme anhand von Fragen einschätzen lassen. Die Antwort fielen meistens ernüchternd aus.

Zwar waren viele Anwender an dem ERP Quick Check interessiert, doch nur etwa 100 wollten es genau wissen und ließen sich über das Online-System eine kostenlose Detailanalyse erstellen. Wenig berauschend waren die Ergebnisse deshalb, weil diese rund 100 Teilnehmer im Durchschnitt nur 46 Prozent der möglichen Punkte erreichten. Weniger als die Hälfte hieße in Schulnoten: mangelhaft.

Der ERP Quick Check gestattet es Firmen, die Situation und den Stand der eigenen Lösung zu analysieren, Schwachstellen zu erkennen und Optimierungspotenzial zu bestimmen. Hierzu beantwortet der Nutzer einen 23 Fragen umfassenden Fragebogen und erhält eine Ad-hoc-Einschätzung der Leistungsfähigkeit seiner ERP-Landschaft.

Grünes Licht gaben die Anwender nur selten im ERP Quick Check.
Grünes Licht gaben die Anwender nur selten im ERP Quick Check.
Grünes Licht gaben die Anwender nur selten im ERP Quick Check.
Foto: Computerwoche

Herausfinden soll der ERP Quick Check vor allem, ob die bestehende ERP-Lösung des Teilnehmers noch zum Unternehmen passt. An wenigen Schlüsselindikatoren lässt sich erkennen, wie intensiv eine ERP-Software als unternehmensweites Informations- und Steuerungssystem genutzt wird, und zwar unabhängig von Branche und Firmengröße. Sind seit der Einführung des ERP-Systems neue Gesellschaften durch Ausgliederung oder Zukauf dazugekommen, aber nicht integriert, ist das ein Zeichen dafür, dass das IT-Korsett zu eng ist. Eine Neuorientierung scheint durchaus angebracht.

ERP ist in vielen Firmen Chefsache

Unter den Teilnehmern war mehr als jeder fünfte ein Vorstand oder Geschäftsführer - ERP ist also oft Chefsache. Größtes Interesse hatten IT-Manager oder Abteilungsleiter mit 58 Prozent. Etwa 20 von hundert Nutzern waren IT-Fachkräfte oder schlichte Anwender.

Kleinere Unterschiede in der Interessenlage gab es unter den Branchen, die ansonsten großen Wert auf ihre Branchenlösung legen - und doch zu einem Standardsystem greifen (siehe auch "ERP-Anbieter profitieren vom Exportboom"). Am stärksten vertreten waren die Teilnehmer aus der Industrie mit 69 Prozent, gefolgt vom Dienstleistungsgewerbe mit 23 Prozent. Der Handel setzt eher auf individuelle Lösungen als auf ERP-Systeme, offenbar deshalb stammten nur acht von hundert Anwendern des Online-Tools aus diesem Gewerbe. Unter den Industriefirmen bildete der Maschinenbau - der "klassische" ERP-Anwender - mit 13,5 Prozent die stärkste Fraktion.

Logistische ERP-Funktionen schneiden schlechter ab

ERP-Systeme, so möchte man meinen, steuern gleichermaßen die Prozesse der Logistik und des Rechnungswesens. Doch da gibt es offensichtlich große Unterschiede. In der Bewertung schnitt das Rechnungswesen mit 60 Prozent der möglichen Punkte deutlich besser ab als die Logistik mit 54 Prozent. Das ist umso erstaunlicher, als die Einführung einer ERP-Funktion in der Logistik rund fünfmal so aufwändig ist wie im Rechnungswesen. Oder ist das Ergebnis gerade darauf zurückzuführen?

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