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Mittelstand

Nur das Ergebnis zählt

Arbeitsleistung: Wichtig ist, was hinten rauskommt

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Die Diskussion über die Leistung von Managern und Arbeitnehmern liegt im gesellschaftlichen Trend. Dabei ist immer weniger klar, was Leistung ist und wie sie sich vergleichen lässt. Laut einer Studie rückt allein das Ergebnis in den Mittelpunkt, der Aufwand hingegen wird weniger bedeutend.

Ob es die Debatte um Managergehälter ist, das Thema Mindestlöhne oder die Kritik an faulen Arbeitslosen - das Thema Leistung hat Konjunktur. Eine Bezahlung nach Leistung gilt seit je her als Ideal von Gerechtigkeit. Dabei ist der Begriff immer weniger greifbar. Das Frankfurter Institut für Sozialforschung (IfS) hat versucht herauszufinden, was Leistung heute bedeutet und wie sie gemessen werden kann. Doch statt Kriterien zu finden, beobachteten die Wissenschaftler vor allem die "Erosion eines Deutungsmusters".

IfS-Mitarbeiter Kai Dröge hat zusammen mit drei Kollegen die seit 2002 laufende Studie betreut. Die Ergebnisse sollen im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. Die Wissenschaftler protokollierten 15 Gruppendiskussionen zum Beispiel mit Abteilungsleitern, Facharbeitern, Verkäuferinnen, Selbstständigen, aber auch mit Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern. Dabei stießen die Forscher auf einen "grundlegenden Bruch" in unserem Verständnis von Leistung.

"Die Maßstäbe, nach denen Leistungen beurteilt werden, verschieben sich immer mehr von der Aufwands- zur Ergebnisseite hin", schreibt Dröge in einer ersten Zusammenfassung der Studie im Magazin "Forschung Frankfurt". Früher seien Arbeitszeit und Qualifikation belohnt worden. Heute zähle allein das Ergebnis, unabhängig davon, wie viel Zeit und Mühe jemand investiere.

Diese Diagnose teilt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB): "Es werden immer häufiger Ziele definiert, aber es wird nicht mehr definiert, wann Schluss ist", sagt Hans-Joachim Schabedoth, Leiter der DGB-Grundsatzabteilung. So sei "Arbeit ohne Ende" zu einem Massenphänomen geworden. Gerecht findet die Gewerkschaft das nicht: "Die reine Fixierung auf die abgegebene Leistung ohne den Zeitfaktor bringt keine faire Leistungsbewertung", sagt Schabedoth.

Schon immer war die Vorstellung von Leistung eng mit Verausgabung verbunden, konstatiert Dröge: Beim Bergmann und beim Waldarbeiter war Leistung gleichbedeutend mit körperlicher Anstrengung. Geistig Arbeitende mussten sich neue Symbole einfallen lassen um ihre Anstrengungen sichtbar zu machen, etwa ewig klingende Handys oder überquellende Terminkalender – "moderne Symbole und Rituale, in denen individuelle Verausgabung sozial sichtbar gemacht werden soll", nennt das der Soziologe.

Leistung werde mehr denn je am wirtschaftlichen Erfolg gemessen, behauptet Dröge. "Rendite- oder umsatzorientierte Prämiensysteme koppeln die Entlohnung der Mitarbeiter direkt an den ökonomischen Erfolg." Auch die Deutsche Bank hält das so. Sie zahlt nur einen Teil der Vergütung als Festgehalt. Wie hoch darüber hinaus ein variabler Bonus ausfällt, ist davon abhängig, ob der Mitarbeiter die zuvor mit ihm vereinbarten Ziele erreicht hat. "Das ist ein objektivierbarer Prozess, um Leistung zu definieren", findet Unternehmenssprecher Klaus Thoma. Zu den Zielen zähle nicht nur der Geschäftserfolg, sondern zum Beispiel auch, ob die Kunden zufrieden waren oder wie sich der Mitarbeiter weiterentwickelt hat.

Leistung werde also mehr denn je am wirtschaftlichen Erfolg gemessen, sagt Dröge, dennoch soll sich der Arbeitnehmer im Job selbst verwirklichen und möglichst viel Spaß haben. Im Idealfall soll er "Leistung aus Leidenschaft" erbringen, wie es die Deutsche Bank ihren Kunden verspricht. Kreativität, Teamfähigkeit und Engagement gewinnen immer mehr an Bedeutung. Für DGB-Experte Schabedoth ist das eine positive Entwicklung, Soziologe Dröge sieht auch eine Gefahr: "Die Einbeziehung 'weicher' Faktoren hat die Leistungsdefinitionen noch diffuser gemacht, als sie immer schon waren." (dpa/ajf)

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