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Nokia nutzt das Berliner S-Bahn-Debakel

Eben fand ich Folgendes in meiner Inbox (steht sicher auch bald im “Presseloft”):

Lieber gehen statt still stehen
Nokia Navigationslösung Ovi Karten für Fußgänger ist ideale Alternative zum Berliner S-Bahn-Chaos

Berlin, 21. Juli 2009 – Alle Räder stehen still, wenn der starke Arm des Eisenbahnbundesamtes das will. So lässt sich derzeit die unglückliche Situation bei der Berliner S-Bahn zusammenfassen. 70 Prozent aller Züge fallen seit gestern für mindestens die nächsten drei Wochen aus. Ein waschechter Berliner lässt sich von dem drohenden Verkehrschaos jedoch nicht wirklich aus der Ruhe bringen. Denn wie heißt es angesichts solcher Unannehmlichkeiten im Berliner Volksmund so schön: „Ick lack ma ’n Ast und setz ma druff.“ Zumal der Berliner, krisenerprobt wie er ist, weiß, dass sich aus aktueller Not auch schnell eine Tugend machen lässt.

Lieber gehen statt still stehen, heißt daher das Motto für die kommenden Wochen in der Hauptstadt. So bietet sich jetzt allen Berlinern wie auch Berlin-Besuchern die Möglichkeit, die Stadt statt mit der S-Bahn zu Fuß zu erkunden. Da trifft es sich gut, dass seit Anfang dieses Monats die neueste Version der Nokia Navigationslösung Ovi Karten für Mobiltelefone verfügbar ist, die sich unter anderem hervorragend für die Fußgängernavigation eignet. Diesbezüglich bietet die Software eigens den Modus „Gehen“, der eine einfache Tür-zu-Tür Navigation auf Fußgänger-optimierten Routen ermöglicht und für eine verbesserte Orientierung sowohl in der Stadt als auch im Gelände sorgt.

Auf solche PR-Ideen können auch nur Leute aus Ratingen oder Düsseldorf kommen, wo man die Stadt vielleicht noch einigermaßen zu Fuß erkunden kann. Berlin ist eine Nummer größer, liebe Rheinländer, und hat auch ein paar mehr Pendler. Die könnten Eure PR-Aktion vielleicht etwas zynisch schäbig finden. So wie ich auch.

Nice Try

Stellungnahme von Nokia und dem Betriebsrat der Nokia GmbH zu den Gesprächen am 12. Februar 2008 in Helsinki

Espoo, 12. Februar 2008 – Die Vertreter des Betriebsrates der Nokia GmbH trafen sich heute mit Vertretern der Nokia Unternehmensleitung in Helsinki, um über die bereits öffentlich bekannten Pläne zur Schließung seines Standortes in Bochum zu sprechen. Die Gespräche fanden in einer konstruktiven Atmosphäre statt.

Man hat sich artig begrüßt, es gab Kaffee und Gebäck und niemand hat rumgebrüllt.

Gegenstand der Gespräche waren zum einem verschiedene, von den Arbeitnehmervertretern vorgestellte Alternativen für die Zukunft des Produktionsstandorts Bochum, sowie die bevorstehenden Verhandlungen zwischen den Arbeitnehmervertretern und der deutschen Unternehmensleitung. Unter anderem haben die Arbeitnehmervertreter verschiedene Alternativen für die Zukunft des Standortes Bochum präsentiert. Dazu zählten unter anderen eine weitere Automatisierung der Produktion sowie die Verschiebung des Schwerpunktes der Bochumer Produktion.

Zum einen Ohr rein, zum anderen Ohr raus.

Das Management von Nokia musste diese alternativen Vorschläge leider als nicht umsetzbar bewerten. Die notwendige Effizienz würde dadurch nicht erreicht und die Gesamtstrategie von Nokia nicht unterstützt.

Der Weg war umsonst (nach Espoo).

Während des Treffens wurden verschiedene Alternativen zur Beschäftigung in Bochum diskutiert. Die Vertreter des Betriebsrates und Nokia haben sich zum gemeinsamen Ziel gesetzt, innovative Lösungen für die Zukunft der Nokia Beschäftigten in Bochum zu finden. Beide Seiten einigten sich darauf, dass das vorrangige Ziel ist, für die Nokia Beschäftigten in Bochum Arbeitsplätze bei Unternehmen zu finden, die vertrauensvoll sind und langfristige Geschäftsziele verfolgen.

Genau. Anders als Nokia, dessen Gesamtstrategie eher auf Effizienz setzt (s.o.).

Nokia und die Vertreter des Betriebsrates der Nokia GmbH vereinbarten eine konstruktive Zusammenarbeit bezüglich neuer Arbeitsplatzmöglichkeiten. Als nächster Schritt wird sich am 14. Februar 2008 eine aus Vertretern von Nokia und dem Land Nordrhein-Westfalen bestehende Arbeitsgruppe treffen. Diese wird über innovative Lösungen für die Zukunft des Nokia Standortes in Bochum diskutieren.

Bla bla bla. Hartz IV.

Das hier ist viel lustiger, ich weiß schon.

Schunkeln für Gerechtigkeit

Käpt’n Rüttgers auf dem Narrenschiff. Acht Glasen, würde ich schätzen.

Sprachtipps für den Job in Rumänien

Für alle Bochumer, die demnächst neue berufliche Herausforderungen in Rumänien suchen, anbei ein kleiner Sprachführer mit den geläufigsten Floskeln im Alltag – die Übersetzung stammt von unserem geschätzten Kollegen Hans K.

Prost – Sanatate

Dumm – Prost

Adu-m o cafea – Hol’ mal einen Kaffee

Wo bitte gehts zum Nokia? – Unde este fabrica dela Nokia?

Wo fährt der Bus nach Bochum? – De unde merge autobuzul la Bochum?

Zu Dir oder zu mir? – Ce faci astazi seara?

Und nun die schlechte Nachricht, wie immer von “dpa” überbracht:

Nokia hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach der Konzern Beschäftigten des Bochumer Werks Stellen in Rumänien anbieten will. “Dieses Gerücht entbehrt jeder Grundlage”, sagte Nokia-Sprecherin Kristina Bohlmann am Freitag in Düsseldorf. Es wäre auch zynisch, so etwas anzubieten, meinte sie. “Was stimmt ist, dass wir ein globales Stellensystem haben. Da kann sich jeder bewerben.” In der Regel würden sich Mitarbeiter dort für Stellen im eigenen Land bewerben.

Ich würde sagen: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Faschingsumzug bei Nokia

Helau! Schnell die Nokia-Koffer gepackt und ab nach Rumänien in die Pampa.

Der finnische Handyhersteller Nokia will in der kommenden Woche über einen Sozialplan für das Werk in Bochum verhandeln. Wie unsere Redaktion erfuhr, will der Konzern den Beschäftigten anbieten, mit nach Rumänien zu wechseln.

Die “Rheinische Post” steckt schon mitten im Faschingsfieber.

Wir sind das Volk, Nokia!

Eine Stimme gegen Nokia von vielen

Ralf List PR hat MyFaible.de angeschmissen und die Seite Sag-nokia-deine-Meinung.de aufgesetzt. Die Protestnoten sollen später an Betriebsrat und Management von Nokia in Bochum gehen. Auch wenn Mitmachen vermutlich nichts mehr nützt — schaden kann es wohl auch nicht. Alle Macht geht vom Volke aus. Oder wie war das?

Per-Vertu

Nokia Vertu Ferrari Phone Rückseite

Das hier ist die Kehrseite eines neuen Ferrari-Telefons. Das baut Nokias Scheich-, Oligarchen- und Promi-Ableger Vertu (dessen Website läuft in Englisch, Russisch und Japanisch, sieh mal einer an) und verkauft es für 25.000 Dollar.

Ich finde das schlicht und ergreifend obszön. Möchte ja nicht peinlich simplifizieren, aber wenn ich zum Beispiel bei welthungerhilfe.de lese

Alle drei Sekunden stirbt ein Kleinkind unter fünf Jahren an Durchfall, Lungenentzündung, Malaria, Masern, Aids. Mehr als die Hälfte dieser Kinder überlebt einfache Krankheiten nicht, weil ihr Körper durch Unterernährung geschwächt ist. Ausreichend sauberes Wasser, Hygieneeinrichtungen und genug zu Essen – das könnte jedes Jahr fast zehn Millionen Kleinkinder retten.Noch immer hungern rund 150 Millionen Kleinkinder in den Entwicklungsländern. Jedes Jahr werden mehr als 20 Millionen Babys schon untergewichtig geboren, ohne dass es für sie spezielle medizinische Hilfe gäbe.

dann kotzt mich so ein Produkt einfach an. Ich finde, Nokia sollte seinen Juwelierladen dicht machen und lieber ein paar mehr Dollars für gute Zwecke spenden und noch mehr in die Entwicklung von erschwinglichen Telefonen für die Emerging Markets investieren. Turbokapitalismus sucks.

Verbraucherschutz extrem

Das Oberste Gericht Norwegens hat am Freitag das Recht auf Reklamationen nach dem Kauf eines Handys auf fünf Jahre festgelegt

berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Das ist hart, nicht zuletzt für Nokia. Die Finnen hatten in dem Prozess nämlich argumentiert

dass Mobiltelefone überhaupt nur auf eine Lebensdauer von durchschnittlich zwei Jahren ausgelegt seien.

8800

Wahrscheinlich verkauft Nokia demnächst bloß noch das 8800 in Norwegen. Das hält vermutlich fünf Jahre, und Geld haben die Norweger ja wie Heu beziehungsweise Öl.

Darth Vaders Handy

Nokia Prism Collection

Sagt jedenfalls Jake. Und hat irgendwie Recht. Oder? > nokiaprismcollection.com




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