Archive for the 'Geschmacksverirrung' Category

Social Networking, post mortem

Ich bin ja ein Fan toller neuer Geschäftsideen. Aber das hier finde ich total daneben:

Herzlich willkommen bei lastmessage!

Facebook, XING, wer-kennt-wen,…: In Zeiten der Social Networks hinterlassen wir viele Spuren im Netz. Doch was passiert damit eigentlich, wenn wir sterben?
[...]
Was wäre, wenn es einen zuverlässigen Dienst gäbe, der dies im Fall des Falles vertraulich, sicher und kompetent erledigt? Ein Dienst, der die Kontakte meiner sozialen Netzwerke auf einfühlsame Art über mein Versterben unterrichtet und im Anschluss meinen jeweiligen Account und somit meine Daten und Aktivitäten sicher löscht.

lastmessage ist ein solcher Dienst; unseres Wissens sogar der einzige dieser Art. lastmessage hilft Ihnen bereits heute Vorsorge zu treffen und erledigt diese Aufgaben zuverlässig für Sie. Egal ob im Unglücksfall schon morgen oder erst in vielen, vielen Jahren. lastmessage wahrt Ihre Privatsphäre und kümmert sich zuverlässig um alles.

Kostet im Rahmen der aktuellen Sommeraktion auch nur schlappe €49 (statt €79) für drei Social Networks. Jedes weitere nur €19. Ganz praktisch gegen Vorkasse.

Neben vielen anderen Fragen stellt sich mir hier die, was wohl passiert, wenn der Herr Oliver Wolf vor mir den Löffel abgibt? Ich jedenfalls weiß schon, wem ich mein Euros und Account-Daten ganz bestimmt nicht anvertraue…

Nokia nutzt das Berliner S-Bahn-Debakel

Eben fand ich Folgendes in meiner Inbox (steht sicher auch bald im “Presseloft”):

Lieber gehen statt still stehen
Nokia Navigationslösung Ovi Karten für Fußgänger ist ideale Alternative zum Berliner S-Bahn-Chaos

Berlin, 21. Juli 2009 – Alle Räder stehen still, wenn der starke Arm des Eisenbahnbundesamtes das will. So lässt sich derzeit die unglückliche Situation bei der Berliner S-Bahn zusammenfassen. 70 Prozent aller Züge fallen seit gestern für mindestens die nächsten drei Wochen aus. Ein waschechter Berliner lässt sich von dem drohenden Verkehrschaos jedoch nicht wirklich aus der Ruhe bringen. Denn wie heißt es angesichts solcher Unannehmlichkeiten im Berliner Volksmund so schön: „Ick lack ma ’n Ast und setz ma druff.“ Zumal der Berliner, krisenerprobt wie er ist, weiß, dass sich aus aktueller Not auch schnell eine Tugend machen lässt.

Lieber gehen statt still stehen, heißt daher das Motto für die kommenden Wochen in der Hauptstadt. So bietet sich jetzt allen Berlinern wie auch Berlin-Besuchern die Möglichkeit, die Stadt statt mit der S-Bahn zu Fuß zu erkunden. Da trifft es sich gut, dass seit Anfang dieses Monats die neueste Version der Nokia Navigationslösung Ovi Karten für Mobiltelefone verfügbar ist, die sich unter anderem hervorragend für die Fußgängernavigation eignet. Diesbezüglich bietet die Software eigens den Modus „Gehen“, der eine einfache Tür-zu-Tür Navigation auf Fußgänger-optimierten Routen ermöglicht und für eine verbesserte Orientierung sowohl in der Stadt als auch im Gelände sorgt.

Auf solche PR-Ideen können auch nur Leute aus Ratingen oder Düsseldorf kommen, wo man die Stadt vielleicht noch einigermaßen zu Fuß erkunden kann. Berlin ist eine Nummer größer, liebe Rheinländer, und hat auch ein paar mehr Pendler. Die könnten Eure PR-Aktion vielleicht etwas zynisch schäbig finden. So wie ich auch.

Was ist denn bloß bei Intel los?

Erst der groteske Software-Onlineshop, und dann das hier im Postfach:

Aussuchen, Einrichten, Leben – www.meinnotebook.de vereint drei Erlebniswelten und bietet damit eine ganzheitliche Betreuung rund um das Thema Notebook. Das Besondere daran: Meinnotebook.de orientiert sich insbesondere an den Bedürfnissen der weiblichen Zielgruppe. Der Bereich Aussuchen hilft der Besucherin, das passende Notebook zu finden. Unter Einrichten erfährt sie Tricks und Tipps, um ihr neues Gerät schnellstmöglich zu nutzen. Und der dritte Teil der Webseite – Leben – besticht durch das informative und amüsante Blog. Drei technikaffine Autorinnen berichten im Stil einer Kolumne über ihre Erlebnisse aus dem Technik-Alltag. Für dieses Projekt kooperiert Intel mit renommierten Notebook-Herstellern und bekannten Vertriebspartnern.

Was soll das denn? Schlappe 14 Notebooks von nur vier Herstellern im “Gesamtsortiment” (keiner mit AMD-Prozessor natürlich, auch kein MacBook trotz Intel-CPU) und grenzdebile Webcasts, wo er ihr die schöne neue Notebook-Welt erklärt?

inteluschi

Sagt mal, Ihr “Frauenversteher” in Feldkirchen — in was für einer Welt lebt Ihr denn??

Vorsicht, schweres Typosquatting

Ich habe ganz doll Angst um die deutsche Jugend. Der droht bei URL-Vertippern nämlich Schreckliches. Behauptet jedenfalls meine Inbox:

Facebook: Folgenschweres Typosquatting
Kommentar von Bernd Beiser, Geschäftsführer NetNames GmbH

Ein kleiner Tippfehler mit großen Folgen: In harmonischer Nachbarschaft liegen die Buchstaben B und V auf der Tastatur. Doch ein lapidarer Fehltritt beim Eintippen der Internetadresse kann fatale Folgen haben – etwa beim beliebten Social Network Facebook. User, die anstatt facebook.com versehentlich facevook.com eingeben, landen ohne Vorwarnung auf einer Hardcore-Porno-Seite. Fatal bei einem Portal, das besonders bei Jugendlichen beliebt ist.

Bernd Beiser, Geschäftsführer der NetNames GmbH, kommentiert diesen schweren Fall von Typosquatting

„Bei dem aktuellen Facebook-Beispiel handelt es sich um einen besonders schweren Fall von Typosquatting. Typosquatting ist auch unter dem Begriff URL-Hijacking bekannt. Dabei handelt es sich um eine Form der Cyber-Kriminalität, bei der die Täter typische Tippfehler nutzen, die Internet-Anwendern beim Eingeben der Website-Adresse in den Browser unterlaufen. Anschließend werden die User auf eine alternative Website weitergeleitet. Auf diesen Seiten verbergen sich häufig unseriöse Angebote oder Werbelinks, die das Image des tatsächlichen Markeninhabers schädigen können. Dies muss derzeit leider auch Facebook feststellen. Neben der Imageschädigung für das Unternehmen muss in diesem Fall aber auch bedacht werden, dass Facebook eines der beliebtesten Social Networks ist und überwiegend von Jugendlichen und Kindern genutzt wird – und die Seite mit eindeutig pornografischen Inhalten ohne Vorwarnung erscheint. Ein professionelles Domainname-Management kann Unternehmen vor diesen Formen der Online-Kriminalität schützen. Es ist deutlich kostengünstiger, eine Marke im World Wide Web von Anfang an zu schützen, als später Cybersquatter und Produktpiraten verfolgen zu müssen. Die Kosten, die im Falle eines Missbrauchs durch Beweisführung und Rechtsstreits entstehen, übersteigen die Ausgaben für ein professionelles Domainnamen-Management um ein Vielfaches.“

Da klickt man aus Interesse auf den Betreff, und dann erscheint ohne Vorwarnung eine Seite mit unsäglichen Banalitäten. Vielen Dank an LEWIS PR (Pubic Relations?) für dieses Highlight meines journalistischen Arbeitstages.

Davon abgesehen wage ich zu bezweifeln, dass Facebook so beliebt ist bei deutschen Minderjährigen, auf die Pornographie sittlich verrohend wirken könnte. Die hängen nämlich alle bei studiVZ und lokalisten.de ab und schicken sich da ihre eigenen schmutzigen Bildchen hin und her.

Bill and Jerry

Also wenn DAS Microsofts Antwort auf Mac vs. PC sein soll — das war/wird nix…

Steve ist tot, lang lebe Steve!

Bloomberg hat versehentlich schon mal einen Nachruf auf Steve Jobs veröffentlicht, wie Gawker berichtet

Dufthandy

Aus der Abteilung “Das hat uns gerade noch gefehlt”:

„Dufte Grüße aus dem Sommerurlaub.“ So oder ähnlich könnten MMS-Grüße lauten, die – begleitet von einem Hauch von frischer Meeresbrise – Freunde oder Bekannte demnächst als Duftnachricht auf ihrem Handy empfangen. Das deutsche Konsortium, bestehend aus dem Institut für Sensorikforschung und Innovationsberatung aus Göttingen (isi GmbH) und der conVISUAL AG, dem Spezialisten für interaktive Mehrwertdienste aus Oberhausen, hat eine Anwendung zum Patent angemeldet, die es dem Nutzer erlaubt, Düfte auf ein entsprechend ausgestattetes Handy zu verschicken.

Das Prinzip ist einfach und kommt ohne zusätzliche Hardware aus. Benötigt werden das Dufthandy und ein Chip, der auf der Größe einer SD-Speicherkarte eine Vielzahl verschiedener Düfte enthält. Der Duftchip kann von unterschiedlichen Anwendungen angesprochen werden: per SMS und MMS, von einem angeschlossenen PC oder von speziellen Duftprogrammen auf dem Handy. Um Spam zu vermeiden, kann der Nutzer eine ankommende Duftnachricht akzeptieren oder ablehnen.

Die Einsatzbereiche sind vielfältig: von duftenden MMS-Grüßen über Werbechips mit Duftproben von Parfüms bis hin zu Spielen für Handy und PC, bei denen die Düfte für ein besonderes Spielerlebnis sorgen.

“Äh Schatz, ich sitz grad auf dem Klo” — “Das rieche ich auch!” und ähnliche Szenarien poppen da doch automatisch auf…

Der Einfachheit halber

Simplicity von Eric Burke

Eben bei Volker gesehen. Ich nehme mal an, das kommt nicht nur mir irgendwie bekannt vor…

In Rente III

Die gemeine Bilderstrecke hat sich nun auch bei Heise etabliert. Aktuell zum Thema Hannover, verpackt in das CeBIT-Special der Kollegen. Ich hatte bis zuletzt die Hoffnung gehabt, dass es einen Platz im Web gibt, in dem die Bleiwüste überleben kann. Vor allem Hannover …

Hannover

Depp 2.0

Liebesbrief–Hilfe für den modernen Don Juan auf LYCOS.de 

Mit dem Loveletter-Generator Valentinsgrüße verschicken

Gütersloh, 12.02.2008 – Zum Valentinstag hilft LYCOS.de, die richtigen Worte für phantastische Liebesschwüre zu finden. Mit dem Loveletter-Generator bekommen die User Hilfestellungen, für eine phantasievolle Liebesbotschaft zur romantischsten Zeit des Jahres.

Es ist einfach, am Valentinstag mit kleinen Geschenken wie Blumen oder Pralinen aufzuwarten, ein romanisches Candlelight-Dinner zu organisieren und Aufmerksamkeit zu schenken. Doch wenn es darum geht, Liebe und Gefühle in Worte zu fassen und auf Papier zu bringen, scheitert der eine oder andere: Auf der Karte, die sich zwischen den Rosenblättern versteckt, ist häufig nur das Übliche „In Liebe…“ zu lesen.

LYCOS.de greift seinen Usern unter die Arme, um am Valentinstag mit einem Liebesbrief der besonderen Art zu überraschen. Mit „Sei romantisch“, „Sei stürmisch“ und „Sei geständig“ fordert LYCOS.de den Romantiker, den Leidenschaftlichen und den Schüchternen auf, seinen Gefühlen mit den passenden Worten Ausdruck zu verleihen. Klickt man eine der Alternativen an, öffnet sich eine sprachliche Baukastenwelt romantisch phantasievoller Versatzstücke, für einen unvergesslichen Liebesbeweis. So sieht er in ihr „die Rosenblüte auf einer Blumenwiese im Allgäu“ und sie in ihm „den Sonnenschein in ihrem Leben, der ihr das Solarium erspart“. Eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten lässt den User einen persönlichen Loveletter generieren, der nicht nur Ausdruck von Liebe und Zuneigung ist, sondern ganz bestimmt auch für ein Lächeln sorgt.

WEHE irgendjemand schickt mir sowas. Die LYCOSse dieser Welt wünsche ich wirklich in den Orkus, ehrlich. Und überhaupt ist der Valentinstag nur eine internationale Floristenverschwörung.




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