Ich bin ja ein Fan toller neuer Geschäftsideen. Aber das hier finde ich total daneben:
Herzlich willkommen bei lastmessage!
Facebook, XING, wer-kennt-wen,…: In Zeiten der Social Networks hinterlassen wir viele Spuren im Netz. Doch was passiert damit eigentlich, wenn wir sterben?
[...]
Was wäre, wenn es einen zuverlässigen Dienst gäbe, der dies im Fall des Falles vertraulich, sicher und kompetent erledigt? Ein Dienst, der die Kontakte meiner sozialen Netzwerke auf einfühlsame Art über mein Versterben unterrichtet und im Anschluss meinen jeweiligen Account und somit meine Daten und Aktivitäten sicher löscht.lastmessage ist ein solcher Dienst; unseres Wissens sogar der einzige dieser Art. lastmessage hilft Ihnen bereits heute Vorsorge zu treffen und erledigt diese Aufgaben zuverlässig für Sie. Egal ob im Unglücksfall schon morgen oder erst in vielen, vielen Jahren. lastmessage wahrt Ihre Privatsphäre und kümmert sich zuverlässig um alles.
Kostet im Rahmen der aktuellen Sommeraktion auch nur schlappe €49 (statt €79) für drei Social Networks. Jedes weitere nur €19. Ganz praktisch gegen Vorkasse.
Neben vielen anderen Fragen stellt sich mir hier die, was wohl passiert, wenn der Herr Oliver Wolf vor mir den Löffel abgibt? Ich jedenfalls weiß schon, wem ich mein Euros und Account-Daten ganz bestimmt nicht anvertraue…




“[...]Neben vielen anderen Fragen stellt sich mir hier die, was wohl passiert, wenn der Herr vor mir den Löffel abgibt?[...]”
-> Ein absolut berechtigtes Argument! Auch wenn dies zwar derzeit nicht geplant oder abzusehen ist, kann es theoretisch natürlich durchaus jederzeit passieren. Daher: “[...] Um die Durchführung dieser Aufgabe auch in ferner Zukunft noch zu garantieren, hinterlegt lastmessage zu jeder Anmeldung eine Sicherheitsleistung.[...]” (Siehe http://lastmessage.de/sicherheit.html)
Die Sicherheitsleistung wird (wie auch die vom Nutzer eigens versiegelten Umschläge mit den Daten) bei einer deutschen Großbank hinterlegt. Die Sicherheitsleistung dient der Durchführung der Benachrichtigung, Löschung, etc… auch zu einem späteren Zeitpunkt.
——-
“[...]Ganz praktisch gegen Vorkasse[...]”
-> Für diesen Service, der ja letztendlich erst post mortem “abgerufen”, ist eine Bezahlung per Vorkasse der einzig tatsächlich praktikable weg. Bei einer posthumnen Abrechung stellt sich unweigerlich die Frage nach der Ausfallquote. Diese dürfte – was in der Natur der Sache liegt – um die 100% liegen.
Nachtrag:
Ähnliche, wenn auch nicht gleiche, Angebote gibt es im Übrigen gleich einige, was durchaus auf eine zunehmende Akzeptanz oder zumindest Auseinandersetzung mit diesem zunächst als makaber abgelegten Thema schließen lässt.
Ob man im Angebot von lastmessage nun einen wertvollen Service oder eine gute Idee sieht, oder ihm vollkommenen Quatsch, Geschmacksverirrung oder böse Absichten unterstellt, das obliegt natürlich jedem selbst. – Genauso wie die eigentliche Selbstbestimmung über (z.B.) den Verbleib der privaten Nachrichten, etc., denn diese werden (wie der nachfolgende Artikel des Spiegel zeigt) nach dem Tod nicht selten angehörigen zugänglich gemacht. Ob man will (eher ‘wollte’), oder nicht.
Siehe hierzu, auch zu ähnlichen Services:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,613708,00.html
Einerseits geschmacklos, übertrieben etc, so ein Dienst,
möchte man meinen im ersten Moment.
Auf der anderen Seite, vor ein paar Monaten habe ich auch an sowas gedacht… letztlich ist natürlich auch eine Frage, ob ich “irgendeinem” Start-Up vertraue, dass es noch existiert, wenn ich (hoffentlich erst sehr viel später) dann versterbe…