Monthly Archive for October, 2008

Vorsicht, schweres Typosquatting

Ich habe ganz doll Angst um die deutsche Jugend. Der droht bei URL-Vertippern nämlich Schreckliches. Behauptet jedenfalls meine Inbox:

Facebook: Folgenschweres Typosquatting
Kommentar von Bernd Beiser, Geschäftsführer NetNames GmbH

Ein kleiner Tippfehler mit großen Folgen: In harmonischer Nachbarschaft liegen die Buchstaben B und V auf der Tastatur. Doch ein lapidarer Fehltritt beim Eintippen der Internetadresse kann fatale Folgen haben – etwa beim beliebten Social Network Facebook. User, die anstatt facebook.com versehentlich facevook.com eingeben, landen ohne Vorwarnung auf einer Hardcore-Porno-Seite. Fatal bei einem Portal, das besonders bei Jugendlichen beliebt ist.

Bernd Beiser, Geschäftsführer der NetNames GmbH, kommentiert diesen schweren Fall von Typosquatting

„Bei dem aktuellen Facebook-Beispiel handelt es sich um einen besonders schweren Fall von Typosquatting. Typosquatting ist auch unter dem Begriff URL-Hijacking bekannt. Dabei handelt es sich um eine Form der Cyber-Kriminalität, bei der die Täter typische Tippfehler nutzen, die Internet-Anwendern beim Eingeben der Website-Adresse in den Browser unterlaufen. Anschließend werden die User auf eine alternative Website weitergeleitet. Auf diesen Seiten verbergen sich häufig unseriöse Angebote oder Werbelinks, die das Image des tatsächlichen Markeninhabers schädigen können. Dies muss derzeit leider auch Facebook feststellen. Neben der Imageschädigung für das Unternehmen muss in diesem Fall aber auch bedacht werden, dass Facebook eines der beliebtesten Social Networks ist und überwiegend von Jugendlichen und Kindern genutzt wird – und die Seite mit eindeutig pornografischen Inhalten ohne Vorwarnung erscheint. Ein professionelles Domainname-Management kann Unternehmen vor diesen Formen der Online-Kriminalität schützen. Es ist deutlich kostengünstiger, eine Marke im World Wide Web von Anfang an zu schützen, als später Cybersquatter und Produktpiraten verfolgen zu müssen. Die Kosten, die im Falle eines Missbrauchs durch Beweisführung und Rechtsstreits entstehen, übersteigen die Ausgaben für ein professionelles Domainnamen-Management um ein Vielfaches.“

Da klickt man aus Interesse auf den Betreff, und dann erscheint ohne Vorwarnung eine Seite mit unsäglichen Banalitäten. Vielen Dank an LEWIS PR (Pubic Relations?) für dieses Highlight meines journalistischen Arbeitstages.

Davon abgesehen wage ich zu bezweifeln, dass Facebook so beliebt ist bei deutschen Minderjährigen, auf die Pornographie sittlich verrohend wirken könnte. Die hängen nämlich alle bei studiVZ und lokalisten.de ab und schicken sich da ihre eigenen schmutzigen Bildchen hin und her.

Verschicken Sie auch E-Mails beim Sex?

Ich weiß nicht, wie Ihr es mit Euren Mails haltet. Diese Studie von Neverfail klingt jedenfalls schon ausgesprochen bedenklich:

This behavior is greatly affecting employees’ work-life balance, potentially leading to problems with their health and general well-being. A staggering 94 percent of end user respondents use their phones to send e-mail or text messages during work nights or on the weekends, and nearly 80 percent never leave their phones at home when they go on vacation.

Employees are also taking risks with their relationships to remain connected, with 11 percent admitting to sending e-mail messages while engaged in “intimate behavior.” E-mail addiction has driven people to send messages from their mobile phones from just about anywhere, including in some dangerous and just plain bizarre scenarios or locations:

* 40 percent while on commercial flights when the plane is in the air
* 77 percent while driving when the car is moving
* 79 percent while in the bathroom

PsykoMaN, Google und der gesunde Menschenverstand

Bildersuche nach PsykoMaN

Wir leben hier wirklich in Absurdistan: Irgendein dahergelaufener Comic-Zeichner verklagt Google, weil sein bekiffter PsykoMaN (den vorher keiner kannte) in der Bildersuche gefunden wird — und bekommt auch noch Recht vor dem LG Hamburg.

Mir scheint, hier hat der gesunde Menschenverstand wieder einmal vollkommen ausgesetzt. Wenn der Zeichner seine Figur nicht bei Google sehen will — warum stellt er sie dann überhaupt ins Netz? Es gäbe außerdem bei Bedarf genügend technische Möglichkeiten, PskyoMaN-Bildchen von vornherein vor der Google-Öffentlichkeit zu verbergen (robots.txt zum Beispiel).

Klagen wie diese, hinter denen ich reine PR in eigener Sache vermute, gehören schlicht abgewiesen. Und das Urheberrecht muss einfach mal so modernisiert werden, dass es dem Internet-Zeitalter gerecht wird.




Close
Powered by ShareThis