Es muss nicht immer “Die Welt” sein

Gestern Abend im Flieger habe ich mir einen Artikel aus der “WamS” reingeschraubt, der mich ganz schön genervt hat. Der Autor Helge Denker beschäftigt sich in dem auch online verfügbaren Beitrag “Es muss nicht immer Office sein” mit teils kostenlosen Alternativen zu Microsoft Office, als da wären OOo, Google Text und Tabellen sowie StarOffice.

Abgesehen von Sprachungetümen wie “gibt es das Open-Source-Projekt OpenOffice 3.0 zum kostenlosen Herunterladen bereit” und anderen möglicherweise Redigierfehlern ist der Text auch inhaltlich teilweise verwegen. So bietet Google angeblich einen “kostenlosen Dienst ‘Software as Service’” an. Und “einfache, mathematische Funktionen, die Excel seit Jahren bietet”, kennt Googles Tabellendienst laut Denker ebenfalls. Außerdem biete Microsoft “in den USA Office bereits als Online-Dienst und zum Mieten an” (Ersteres ist falsch!). Dazu noch Falschinformationen zu einer vermeintlich vollständigeren Version (PrOOo?) von OOo auf CD, die je nach Anbieter zwischen 60 und 80 Euro kosten soll.

Denker geht überdies an keiner Stelle auf die Historie von OpenOffice.org, StarOffice, Star Division und Sun ein und erwähnt auch mit keinem Wort den Zusammenhang zwischen OOo und StarOffice (das derzeit mit “Microsoft Windows, Linus und Solaris” läuft; der entsprechende Textkasten fehlt in der Online-Variante des Textes).

Und so etwas wird dann mit einer Reichweite von (laut Wikipedia) 1,34 Millionen Lesern unters Volk gebracht. Autsch. Vielleicht hätte man Schlussredaktion und Korrektorat doch nicht einsparen sollen?

1 Response to “Es muss nicht immer “Die Welt” sein”


  1. 1 Lars

    Ich glaube der Untertitel Deines Blogs trifft auch für Bild-Leser und -Redakteure zu ;-)

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