FSC (Fujitsu Siemens Computers) reitet seit 20 Jahren auf der Green-IT-Welle, inzwischen aber mit den anderen Herstellern im Hauptfeld. Auf der CeBIT hat das Unternehmen die öffentliche Hand in Deutschland aufgefordert, das Thema „Green IT” als Kriterium für die Beschaffung von IT stärker zu berücksichtigen. FSC beruft sich auf Ergebnisse einer eigens in Auftrag gegebenen Forsa-Untersuchung mit 500 Befragten, wonach öffentliche Auftraggeber der grünen IT mehr Bedeutung beimessen sollten. Laut FSC würden die Bürger einen Mehrpreis von 20 Prozent für grüne IT-Produkte, die durch die öffentliche Hand angeschafft werden, für angemessen halten.
„Green ist das führende Thema der CeBIT, und das ist gut”, sagte FSC-CTO Joseph Reger. Immerhin kann sich FSC nicht vorwerfen lassen, spät auf den fahrenden Green-IT-Zug aufgesprungen zu sein - bereits 1988 hat das Vorgängerunternehmen Nixdorf mit dem PC-Recycling angefangen, und vor 15 Jahren wurde der erste „Green PC” vorgestellt. Einige Länder hatten damals begonnen, ihre öffentliche IT nach ökologischen Kriterien auszuschreiben. Insofern ist das Ergebnis der aktuellen Forsa-Umfrage nicht wirklich überraschend, wenn man in Betracht zieht, dass FSC zu den „Hoflieferanten” deutscher Behörden zählt. Insofern ist die Studie auch nicht wirklich glaubwürdig.
Ob Privatanwender zudem bereit sind, ein Fünftel mehr für ihren etwas umweltfreundlicheren Rechner auszugeben, bleibt abzuwarten. Die im vergangenen Jahr veröffentlichte Erkenntnis von Greenpeace, dass Apple zu den größten Umweltsündern im IT-Bereich zählt, hat sich nicht auf die Nachfrage nach der Marke ausgewirkt. Bei einem Standard-PC, der für 500 Euro im Elektronikmarkt oder im Internet angeboten wird, sind 100 Euro Aufpreis eine nicht zu vernachlässigende Größe. Erschwerend kommt hinzu, dass die überwiegende Mehrheit der Kunden ihren privaten Stromverbrauch nicht quantifizieren und versprochene grüne Einspareffekte kaum in einen Bezug zur Realität setzen kann.
FSC wollte die 20 Prozent Aufschlag auch nur als Richtwert verstanden wissen und nicht als feste Größe. Einige greene Geräte werden soviel wie normale Kisten kosten, für die Mehrzahl müsse aber ein Aufpreis veranschlagt werden, sagte FSC-CTO Reger. Gut war ein Versprecher auf der Bühne: Statt “save the planet” sagte ein FSC-Manager “slave the planet”.




Ich vertraue jetzt erst auf die Umfrageergebnisse, wenn mir jemand glaubhaft versichern kann, dass die Antworten ehrlich sind und nicht nur so ausfallen, weil die Befragten sozial erwünschte Antworten geben.
Wer möchte schon gerne als Geiz-ist-geil-Öko-Ignorant dastehen.
Der Versprecher ist klasse.