Dumm gelinkt

Freitagsthese: Die Tage des Internets als Medium für die effiziente Recherche sind gezählt. Statt strukturiert aufbereiteter Informationen finden sich zunehmend Links auf Inhalte, die meinen Bedarf immer seltener befriedigen - also für mich irrelevant sind. Dies tritt nicht nur bei der Google-Suche auf, sondern auch in redaktionell betreuten Content-Sammlungen.

Beispiel Golem (die ich an sich gerne überfliege): “Fujitsu-Siemens-Chef erwartet Fortbestand von FSC“. Das ist an sich ok, auch wenn die Suppe ein bisschen wässrig ist. Unter dem Text steht in der Mitte die Teaserbox “Verwandte Artikel”. Bei mir verweist der zweite Link auf den Text “Führungswechsel bei Fujitsu Siemens“. Klick. In der Dachzeile das Datum: “Wirtschaft / 16.06.2004 / 14:43″. Dort an gleicher Stelle unter dem Artikel in der Box der Link auf “Fujitsu Siemens Computers bekommt einen neuen CEO“. Klick. Datum: “Wirtschaft / 14.11.2001 / 10:40″. Fazit: Gute sechs Jahre mit nur zwei Mausklicks überflogen, zwei absolut irrelevante Texte angesehen.

Das Internet ist voll von veraltetem Schrott, den man nur noch in Ausnahmefällen braucht. Dafür gibt es Archive. Archive sollten aber nicht die Werke in den Präsenzbibliotheken verstellen, meiner Meinung nach. Schlimm wird es, wenn Software die Artikel automatisch zuweist, weil sie Tags wie FSC, Wirtschaft und Management haben. Einen Artikel zum status quo bei FSC finde ich nämlich nicht. Diese Lücken im Portfolio mit uraltem Content zuzupflastern, finde ich erbärmlich, weil es mehr behindert, als es nützt. Vielleicht sollte man tatsächlich eine Halbwertszeit für Internet-Inhalte einführen, damit der ganze Müll kurz oder lang ins Archiv entsorgt wird.

3 Responses to “Dumm gelinkt”


  1. 1 Sweet Admin

    Vielleicht sollte man ja mal dem Rat des Papstes folgen und ein wenig Medien-Fasten. Das ändert zwar nichts an den Ursachen, kann aber persönlich doch sehr heilend wirken.

    http://sweetcomputing.blogspot.com/2008/02/medien-fasten.html

  2. 2 Jake

    Messe*schnell*weg kann man durchaus auch in einem kirchlichen Kontext interpretieren.

  3. 3 Sweet Admin

    Und das im erzkatholischen Bayern! Ich bin beeindruckt.

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