Monthly Archive for September, 2007

Per-Vertu

Nokia Vertu Ferrari Phone Rückseite

Das hier ist die Kehrseite eines neuen Ferrari-Telefons. Das baut Nokias Scheich-, Oligarchen- und Promi-Ableger Vertu (dessen Website läuft in Englisch, Russisch und Japanisch, sieh mal einer an) und verkauft es für 25.000 Dollar.

Ich finde das schlicht und ergreifend obszön. Möchte ja nicht peinlich simplifizieren, aber wenn ich zum Beispiel bei welthungerhilfe.de lese

Alle drei Sekunden stirbt ein Kleinkind unter fünf Jahren an Durchfall, Lungenentzündung, Malaria, Masern, Aids. Mehr als die Hälfte dieser Kinder überlebt einfache Krankheiten nicht, weil ihr Körper durch Unterernährung geschwächt ist. Ausreichend sauberes Wasser, Hygieneeinrichtungen und genug zu Essen – das könnte jedes Jahr fast zehn Millionen Kleinkinder retten.Noch immer hungern rund 150 Millionen Kleinkinder in den Entwicklungsländern. Jedes Jahr werden mehr als 20 Millionen Babys schon untergewichtig geboren, ohne dass es für sie spezielle medizinische Hilfe gäbe.

dann kotzt mich so ein Produkt einfach an. Ich finde, Nokia sollte seinen Juwelierladen dicht machen und lieber ein paar mehr Dollars für gute Zwecke spenden und noch mehr in die Entwicklung von erschwinglichen Telefonen für die Emerging Markets investieren. Turbokapitalismus sucks.

Scroogled

Fiktive Google-Überwachungskamera

The argument persisted for a long time, and then the two pixels moved into Building 49, and the door swung shut behind them.

Schöne Geschichte von Cory Doctorow. Leider keine Druckansicht.

Hoher Besuch

Microsoft-Chef Steve Ballmer wird im kommenden Jahr zur Eröffnung der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover eine Grundsatzrede (Keynote) halten.

Ich freu mich schon. Auch wenn es nicht so heftig werden wird wie für die Entwickler:

Sorry, aber der Getriebene ist einfach jedes Mal wieder gut. WOW! (Und mal ehrlich: Würde Ihr Chef so was bringen?? No way, oder?)

Schluss mit dem Trauerspiel

Heidi

Combots (das Produkt) sagt zum Abschied leise Servus. Hätten die nur früher auf uns gehört.

CeBIT-Renaissance?

Aus einem Interview von Ernst Raue mit der dpa:

Ernst Raue, Vorstand Deutsche Messe AG

Nach wie vor ein großes Problem seien die hohen Hotelkosten während der CeBIT. Zwar sei mit dem Hotelverband ein Kontingent von rund 300 Zimmern zu “vernünftigen Preisen” vereinbart worden. “Das reicht aber noch lange nicht aus.”

Mal ehrlich: 300 passable Hotelzimmer sind nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein, sondern schlicht ein Witz (gut das es Privatzimmer gibt…)

Überhaupt erschließt sich mir nicht so recht, was das hier:

Der derzeitige Anmeldestand sei auf dem Stand des Vorjahres. Die Messe erwarte erneut rund 6000 Aussteller und stabile Zahlen bei den Besuchern.

mit einer Renaissance zu tun haben soll. Marketing-Geblubber, würde ich sagen.

“Sehr merkwürdig”

Aus meiner Inbox:

Noch nie war eine IAA so grün wie in diesem Jahr. Xenagos hat deshalb nachgefragt, ob Vertriebsleute umweltfreundliche Autos fahren. Das Ergebnis: Kleine, sparsame Autos sind unbeliebt. Die Mehrheit fährt Audi, BMW oder Volkswagen.

Der Anteil gewerblich zugelassener Fahrzeuge ist 2007 im Vergleich zum Vorjahr von 52,5 Prozent auf 62,4 Prozent gestiegen. Firmenfahrzeuge sind in den meisten Fällen ein Teil der Vergütung. Sie sollen außerdem die Mitarbeitermotivation stärken. Wenn es nach dem Wunsch angestellter Vertriebsleute geht, sollen sie deshalb möglichst luxuriös sein. Neben dem Ansehen spricht allerdings auch die Wertstabilität für Autos deutscher Fabrikation. Bei Xenagos sind 72 Prozent aller offenen Positionen mit einem Firmenwagen ausgeschrieben. Audi (24 Prozent), Volkswagen (23 Prozent) und BMW (12 Prozent) sind dabei die beliebtesten Marken. “Das ist eine deutsche Spezialität”, kommentiert Xenagos-Geschäftsführer Christopher Funk. “In ausländischen Firmen findet man die starke Bedeutung der Firmenfahrzeuge sehr merkwürdig.”

So ein Tag…

Was war heute noch gleich für ein Tag?

Verbraucherschutz extrem

Das Oberste Gericht Norwegens hat am Freitag das Recht auf Reklamationen nach dem Kauf eines Handys auf fünf Jahre festgelegt

berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Das ist hart, nicht zuletzt für Nokia. Die Finnen hatten in dem Prozess nämlich argumentiert

dass Mobiltelefone überhaupt nur auf eine Lebensdauer von durchschnittlich zwei Jahren ausgelegt seien.

8800

Wahrscheinlich verkauft Nokia demnächst bloß noch das 8800 in Norwegen. Das hält vermutlich fünf Jahre, und Geld haben die Norweger ja wie Heu beziehungsweise Öl.

Gemeinsam gegen die Vorratsdatenspeicherung

Aktionsfoto Stoppt die VDS

Praktisch kein vernünftig denkender Mensch ist für die von der Bundesregierung geplante Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (siehe etwa folgende Mitteilung des VDZ zur Bedrohung von Presse- und Rundfunkfreiheit).

Morgen ist große Demo in Berlin. Wer Zeit hat: Hingehen! Wer keine Zeit hat, kann zum Beispiel auch online mitmachen. Praktische Hinweise dazu stehen im Wiki des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung.

Und sagen Sie nachher nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt!

P.S.: Und wo wir schon dabei sind — vielleicht auch noch bei Campact.de mitmachen und den Verantwortlichen elektronische Grußkarten gegen die angedachte Online-Durchsuchung verschicken. Vorausgesetzt natürlich, auch Sie sehen darin eine Bedrohung des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung.

Bilderrätsel zum Wochenende

Was ist das

Rätselhaft

hier wohl für ein gar wunderlich Ding?