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SAP-Gründer Hopp jagt jetzt den FC Bayern

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von Karin Quack, COMPUTERWOCHE-Redakteurin

Erdverbunden, hartnäckig - und wagemutig

Hopp hat derart populistische Gesten nicht nötig. Ihm nimmt man seine Heimatverbundenheit ohne Weiteres ab. Geboren wurde er am 26. April 1940 - unter dem Sternzeichen Stier. Und es sind die den Stier-Geborenen nachgesagten Adjektive - geerdet und hartnäckig -, die ihn als Geschäfts- wie Privatmann charakterisieren. Allerdings wurden sie stets durch eine kräftige Prise Wagemut ergänzt.

Seinen sicheren Job bei IBM gab Hopp Anfang der 70er-Jahre auf, um sich gemeinsam mit Hans-Werner Hector, Hasso Plattner, Klaus Tschira und Claus Wellenreuther in ein unternehmerisches Abenteuer zu stürzen: Die fünf waren überzeugt, dass nicht die teure Mainframe-Hardware nebst ihrem Betriebssystem, sondern die darauf betriebenen Anwendungen den Mehrwert für die Anwenderunternehmen bringen würden, aber dass sie deswegen noch lange nicht jedes Mal von Grund auf neu geschrieben werden müssten. Das führende deutsche Softwareunternehmen hieß damals übrigens ADV Orga - ADV wer?

Offenbar lagen Hopp und seine Mitstreiter mit ihrer Überzeugung nicht ganz falsch. War es also vielleicht weniger Tollkühnheit als unternehmerische Weitsicht, die Hopp antrieb? Auch das "Märchen von Hoffenheim" ist bei Licht betrachtet gar keins - sondern ein offenbar von langer Hand gesteuertes Projekt - obwohl Hopp selbst das vehement bestreitet.

Über den Tellerrand hinausgeschaut

Als Hopp 1991 seinem sportlich und wirtschaftlich Not leidenden Heimatverein ein paar Tausend Mark spendete, mag er noch einer romantischen Anwandlung nachgegeben haben. Die Finanzierung des nach ihm benannten 6000-Plätze-Stadions dürfte aber schon Teil eines Plans gewesen sein. Eingeweiht wurde der Spielplatz im August 1999, also etwa ein Jahr, nachdem Hopp seinen Vorstandssessel bei der SAP gegen den weniger stressigen Sitz im Aufsichtsrat getauscht hatte.

Richtig Fahrt nahm das Projekt Anfang des neuen Jahrtausends auf. Unter dem heutigen Assistenztrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, Hansi Flick, stieg die TSG am Ende der Saison 2000/01 in die Regionalliga auf. 2006 gelang es Hopp, den intelligenten und eigenwilligen Trainer Ralf Rangnick nach Hoffenheim zu lotsen. Und mit der Verpflichtung des ehemaligen Hockeytrainers Bernhard Peters als Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung bewies er, dass er auch einmal über den Tellerrand des deutschen Fußballs hinaus schaute.

Bislang verläuft das Abenteuer Profifußball höchst erfolgreich. Nur in zwei Punkten musste Hopp bislang Rückschläge hinnehmen: Sein vor drei Jahren gestarteter Versuch, die TSG mit den Nachbarclubs FC Astoria Walldorf und SV Sandhausen zu verschmelzen, scheiterte am Widerstand der designierten Fusionspartner. Das Hoffenheimer Umfeld ist darüber alles andere als enttäuscht. Auch der direkte Durchmarsch durch die Zweite Liga war angeblich nicht geplant. Wie der Club und sein Mäzen beteuern, stand der Erstligaaufstieg eigentlich erst in drei Jahren auf dem Plan. Aber auch über diesen "Misserfolg" dürfte niemand so richtig traurig sein.


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