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IT-Strategie

Finger weg von Itil 3?

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Exagon kritisiert Mängel im Lifecycle-Modell und rät, vorerst bei Itil 2 zu beiben.

Ab heute ist die Version 3 der IT Infrastructure Library (Itil) in der englischen Version öffentlich zugänglich. Dem "Refresh" der Best-Practices-Sammlung für das IT-Service-Management liegt ein neues Modell zugrunde, das sein Augenmerk auf den gesamten Lebenszyklus eines IT-Service lenkt ? im Gegensatz zum prozessbasierenden Modell der Vorgängerversion.

Mit diesem "Lifecycle-Modell" verbinden die Anwender des Itil-Framework hohe Erwartungen. Das bestätigt eine Erhebung des IT-Beratungsunternehmens Exagon Consulting & Solutions GmbH aus Kerpen-Sindorf, für die insgesamt 216 Itil-Nutzer befragt wurden.

Der Studie zufolge erhoffen sich vier von fünf Unternehmen positive Effekte aus der Nutzung der neuen Itil-Version. 44 Prozent der Befragten knüpfen an das Lifecycle-Modell sogar "sehr optimistische" Erwartungen. Weitere 39 Prozent gehen "tendenziell" von spürbar positiven Auswirkungen auf ihre tägliche Arbeit aus. Nur 17 Prozent der Umfrageteilnehmer können dem neuen Modell derzeit noch keine positive Einschätzung abgewinnen, so Exagon.

Die Erwartungen der Itil-Nutzer sind hoch.
Die Erwartungen der Itil-Nutzer sind hoch.
Die Erwartungen der Itil-Nutzer sind hoch.
Foto: Exagon

Nicht konsequent durchgehalten

"Das Lifecycle-Konzept zielt auf eine einfachere Umsetzung der Projekte und eine bessere Ausrichtung der IT auf das Business", erläutert Exagon-Geschäftsführer Joachim Fremmer die Absicht der Itil-3-Autoren ? und den Grund für den Optimismus der Anwender. Doch aus seiner Sicht wird das Framework diesem Anspruch nur bedingt gerecht.

Das Lifecycle-Modell sei "aufgrund der sehr unterschiedlichen Autoren mit ihren verschiedenen Sichtweisen und marktpolitischen Interessen" nicht konsequent durchgehalten und widerspreche sich in manchen Punkten sogar, bemängelt Fremmer. Beispielsweise sei die Verbindung zwischen Service-Lifecycle und Produkt-Lifecycle beziehungsweise Business nur unzureichend dargestellt.

Methodische Schwächen

Darüber hinaus reklamiert der Exagon-Chef für sich, in dem neuen Regelwerk methodische Schwächen entdeckt zu haben: "Sie lassen sich zwar in der Projektrealisierung eliminieren, dienen aber nicht der intendierten Vereinfachung."

Aus diesen Gründen empfiehlt Fremmer den Anwenderunternehmen, die Migration von Itil 2 auf Itil 3 zu verschieben und zunächst die bewährte Itil-Ausführung "in einen sicheren Hafen zu bringen" ? zumindest dann, wenn kein dringender Handlungsbedarf bestehe. In vielen Betrieben sei die Version 2 des Regelwerks ohnehin noch nicht komplett eingeführt (mehr zum Thema "Itil-Einführung" bietet unsere "Kleine Starthilfe") Deshalb sollten die Unternehmen nach Fremmers Ansicht ihre bisherige Itil-Politik erst einmal fortsetzen "und sich nicht eine Koexistenz von zwei Itil-Versionen aufbürden." (qua)

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