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IT-Strategie

Reizthema

Das ungeliebte Kind E-Mail-Archivierung

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von Jan-Bernd Meyer(COMPUTERWOCHE-Redakteur)

Ein regulatorischer Dschungel

Einen Grund für die Aversionen, sich mit dem vielschichtigen Thema zu beschäftigen, nennt Rainer Janßen: "Wenn’s einfach nur um die GDPdU (Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen, Anm.d.Red.) ginge, wär’s ja noch einfach. Aber in diesen Zusammenhang gehören ja auch die Themen Solvency II, Sarbanes-Oxley und noch viele weitere Gesetze aus den USA", erläutert der CIO der Müchener Rück.

Mit dem Sachkomplex E-Mail-Archivierung direkt verbunden sei zudem das Thema Document-Lifecycle-Management, also die Frage, wie Unternehmen es schaffen, "alle Arten von Dokumenten wie etwa Mails, Fax, Text- und andere Dateien aus einer Office-Anwendung, Hardcopies und so weiter zu einem Geschäftsvorgang zusammenzufassen und so zu speichern, dass man diese auch wiederfindet", so der CIO.

Welche Paragrafen wichtig sind

Handelsgesetzbuch (HGB)

  • § 238 HGB: behandelt die Verpflichtung zur Buchführung.

  • § 257 Abs.1 HGB: behandelt die Unterlagen, die aufzubewahren sind, wie Buchführungsunterlagen, Jahresabschlüsse, Buchungsbelege sowie insbesondere Handelsbriefe (wichtig, weil zu ihnen E-Mails zählen können).

Abgabenordnung (AO)

  • § 140 AO: behandelt die Buchführungspflicht nach anderen Gesetzen, die für die Besteuerung maßgeblich sind.

  • § 141 AO: behandelt ergänzende Buchführungspflichten für Gewerbebetriebe und Land- und Forstwirtschaft.

  • §147 AO: behandelt alle nach HGB aufzubewahrenden Unterlagen sowie alle sonstigen Unterlagen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind (hier insbesondere E-Mails).

  • §147 I Nr. 5 AO: ist für die E-Mail-Archivierung von besonderer Bedeutung, weil es hier um Unterlagen geht, die für eine Sachverhaltsklärung hinsichtlich der Besteuerung wichtig sind.

Um die nicht nur fiskaltechnische Problematik der revisionssicheren Lagerung von E-Mails samt ihren Anhängen zu verdeutlichen, verweist Janßen auf das Beispiel des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Dieses Unternehmen sei verpflichtet, im Falle von Flugzeugabstürzen und Haftungsklagen alle Unterlagen zum Qualitäts-Management sehr lange aufzubewahren.

(5 Beiträge), 
Kommentieren
Mr.Archiver
Hallo, einen Tipp für alle Suchenden: Schauen Sie sich doch einmal das Unternehmen Dolphin IT Services an. Diese bietet die gesetzeskonforme E-Mail Archivierung als Dienst an. Sollen auch ziemlich günstig sein, weil man nur das zahlt, was man auch wirklich nutzt. Ich denke, dann hat man das Thema mit wenig Aufwand schnell "erledigt". Ansonsten an IT-Leiter: Nicht kündigen lassen :-) zum Beitrag

mibergmann
http://www.computerwoche.de/forum/register.php?a=act&u=29668&i=87415817 Das ungeliebte Kind E-Mail-Archivierung 23.05.06 zum Beitrag

Scampolo
Salü alle zusammen Ich denke, eine Archivierung von Daten ist immer so lange unbeliebt, bis die Mitarbeiter über das Archiv System genau informiert werden. Zu dieser Information gehört, was das System genau macht, wie es das macht und was der Anwender damit machen kann. So sehe ich das zum Beispiel beim Bambus Office Manager (http://bom.bambus.ch). Dort werden meine eMails welche ich bekomme oder Mails die ich versende sogleich an die unterschiedlichen Adressen in der Adressdatenbank zugeordnet. Zudem kann ich die eMails an Projekte und Produkte zuordnen und entsprechend auch abrufen (Zeig mir alle Mails der Firma Compuerwoche, egal von welchem Mitarbeiter oder alle Mails zum Projekt eMailArchiv). Mein Vorteil ist jetzt, dass ich endlich meine eMails alle wieder mit wenigen Klicks finden kann. Denn irgend eine Information, Adresse, Projekt oder Produkt weiss ich ja bestimmt. Und weil das eMail Archiv transparent ist, brauche ich auch keine Angst davor zu haben. Kommt dazu, dass ich in meiner Freizeit endlich keine Telefonate mehr von meinen Mitarbeitern bekomme wo denn dieses oder jenes eMail sei, weil endlich die Mailablage zentral geregelt ist. Und dass halt im Betrieb JEDES eMail archiviert wird, auch die privaten Mails welche ich erhalte oder versende, das weiss ich seit ich den Arbeitsvertrag unterschrieben habe. Dort steht nämlich deutlich drinn, dass alle eMails zum Geschäft gehören und ich privates zuhause tun soll. Zudem sind ja die Möglichkeiten heute so umfassend, dass ich nicht das geschäftliche Outlook für privates benötige, sondern ein Webmail welches nicht archiviert wird (soferne das der Vorgesetzte erlaubt). In diesem Sinne möchte ich sagen, dass ich die Archivierung von eMails (und auch von Dateien) liebe, denn ich sehe für mich nur Vorteile darin. Seit herzlichst gegrüsst zum Beitrag

robertl
Möchte noch einen Punkt erwähnen: Hier gibt es Lösungen für Entwickler: http://www.dotnetpro.de/articles/freearticles/emailablage.aspx Diese Lösungen sind für schmale Geldbeutel: www.mail2disk.de, www.mailonizer.de Hier muss man Geld in die Hand nehmen. www.mailstore.de, www.easy.de, usw. Ich hoffe, dass endlich die Ordnung die Angst überwiegt ! robertl zum Beitrag

robertl
Fristlose Kündigung ! Alleine das Wort sorgt für eine negative Überbewertung des Themas, dass mich ärgert. Wer fängt endlich an, das Thema der strukturierten email Archivierung zu loben, denn dies ist eindeutig eine Schlüsseltechnologie des aktuellen Jahrhunderts ! Die Regierung nennt das aktuell Deutschlandmail. Im Ernst: (alle Fragen beziehen sich auf den letzten Monat) - Wie oft haben Sie eine Mail Ihres Abteilungsleiters gesucht ? > 15 mal ? - Wie oft haben Sie eine Mail Ihres Geschäftführers gesucht ? > 2 mal ? - Wie oft haben Sie eine Mail eine Projektmail ? > 20 mal ? - Wie oft hätten Sie sich eine Möglichkeit gewünscht, Mails thematisch zu organisieren ? > 4 mal ? Solange solche Fragen nicht gelöst sind, werden eine Herrschaft von email Usern die Daten suchen, suchen, suchen un deventuell finden ! Für Briefe gab es auch Ordner, wo sind die email Ordner ? Im Outlook ? Na ja. Gruß robertl zum Beitrag


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