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IT-Strategie

IT Infrastructure Library

Was ohne Itil geht - und was nicht

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von Werner Stangner (Geschäftsführer Exagon Consulting & Solutions GmbH)
Vom Mauerblümchen zur Conditio sine qua non - die IT Infrastructure Library, kurz Itil, hat sich zum Quasi-Standard im IT-Service-Management entwickelt. Manche sagen, es ginge auch ohne Itil. Was allerdings zu beweisen wäre.

Foto: Fotolia/arahan

Das Regelwerk Itil schlummerte lange Zeit weitgehend unbeachtet in den sprichwörtlichen Schubladen. Galt es doch zunächst nur als Hilfsmittel für britische Behörden, mit dem sie die Qualität externer IT-Dienstleistungen besser steuern wollten. Zu diesem primären Zweck wurde Itil in den 80er-Jahren von der englischen Regierungsbehörde Central Computing and Telecommunications Agency (CCTA) entwickelt. Das Office of Government Commerce (OGC), eine Stabstelle der britischen Regierung, hat das Framework 1989 schließlich in erster Version veröffentlicht.

Die Neugier des breiten Marktes zu wecken gelang dem Regelwerk jedoch erst viele Jahre später. Bis zur Mitte des vergangenen Jahrzehnts galt die Aufmerksamkeit der IT-Bereiche vor allem den ständig schnelleren Rechnern und der dynamischen Funktionserweiterung von Applikationen. Und weil die Hard- und Software-Entwicklung ständig mit neuen emotionalisierenden Erfolgsmeldungen glänzen konnte, fristeten die IT-Services lange Zeit ein Schattendasein.

Der Wendepunkt kam Ende der 90er

Ende der 90er-Jahre setzte sich jedoch die Erkenntnis durch, dass die Wertschöpfung für die Unternehmen nicht allein aus der Qualität der Anwendungs- und Infrastruktursysteme, sondern aus einem ganzheitlichen Management aller IT-nahen Strukturen und Faktoren resultiert. Dass also selbst beste Technik ohne anforderungsgerecht gestaltete IT-Prozesse nur begrenzten Nutzen erzielen kann. Gleichzeitig rückten Themen wie die Verfügbarkeit der technisch gestützten Geschäftsprozesse beim Benutzer in das Bewusstsein der Business-Verantwortlichen.

Ob Itil diesen Umdenkprozess einleitete oder das Framework diesen Wendepunkt nur sichtbar markierte, ist von sekundärer Bedeutung. Jedenfalls galt Itil mit seinen Best-Practice-Ansätzen plötzlich als das Instrument, mit dem sich das IT-Service-Management (ITSM) neu und bedarfsgerecht ordnen sowie die IT-Dienstleistungsorganisationen professionalisieren ließen.

Wie weit das Regelwerk aktuell in den Unternehmen und öffentlichen Institutionen verbreitet ist, lässt sich derzeit kaum sagen. Es mangelt an Vergleichbarkeit: Mitunter wurden erst einzelne Prozesse Itil-konform gestaltet, in anderen Fällen gibt es eine breitere Itil-Ausrichtung, aber oft mit geringerem Reifegrad.

Nichtsdestoweniger ist Itil zum entscheidenden Standard in den IT-Organisationen geworden. Dafür sprechen die erheblichen Investitionen in den vergangenen Jahren. Geld wurde nicht nur für die Prozessgestaltung im IT-Service-Management ausgegeben, sondern auch für die Itil-orientierte Fortbildung der Mitarbeiter. Einen anderen Beleg liefern die Ausschreibungen: Werden Dienstleistungspartner für IT-Services gesucht, müssen die Provider fast immer Itil-konforme Prozesse gewährleisten können. Häufig wird auch verlangt, dass deren Mitarbeiter über Itil-Zertifizierungen verfügen.

Teaserbild: Picture-Factory, Fotolia.de

(1 Beitrag), 
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iXventiv
Natürlich geht es ohne ITIL! ? Keine Frage! Allerdings: wird es dann ein langer und steiniger Weg zum Erfolg. Warum? ? Einzig und allein schon deshalb, weil den Beteiligten vor allem erst mal eine gemeinsame Sichtweise mit ausreichender Granularität auf das zu strukturierende Umfeld (= die Abläufe in der IT) fehlt. In der Praxis erlebe ich es immer wieder, dass die einen in einer Flughöhe von 10.000 Metern auf das Thema schauen. Andere hinwieder aus 1 Meter Entfernung. Ein Umstand, der eine gezielte Kommunikation zwischen den Beteiligten, gelinde gesagt, nicht gerade unterstützt. Darüber hinaus fehlen den meisten Beteiligten die Worte, die zu managenden Abläufe, denn darum geht es ja, zu benennen und klar voneinander abzugrenzen (Zielsetzung, Input, Output, etc.). Die ?Check-Liste? ITIL bietet hier in meinen Augen eine ausgezeichnete Grundlage das Themengebiet IT Service Management (ITSM) sinnvoll und im Kern vollständig strukturiert angehen zu können. Denn das Rahmenwerk listet die in der IT zu managenden Abläufe klar und übersichtlich sowie in einer (in einer immer besser werdenden) durchgängigen Terminologie. Damit verschaffen sich die Beteiligten die nötige Basis, um gezielt(!) besser werden zu können. ? Besser werden heißt im Grunde nichts anderes als: Ziele setzen, Performance messen, Verbesserungspotential erkennen und nutzbar machen. Standardisierte Prozesse durch ITIL?? In diesem Punkt muss ich dem Artikel entschieden wiedersprechen! Denn: jede Organisation ist einmalig und muss für sich entscheiden mit welcher Zielsetzung, was, in welcher Zeit mit welchem Aufwand erreicht werden soll. Das Einzige, was durch ITIL standardisiert ist (und in jeder Organisation auch ?verstandesmäßig- umgesetzt werden kann), sind Begrifflichkeiten und deren Inhalte. Wie die Inhalte gelebt und Abläufe im Detail gestaltet werden (können) bleibt individuell und muss individuell bleiben. Daher gibt es auch keine Lösungen von der Stange. ? Außerdem muss bei Ausrichtung der eigenen Abläufe an ITIL auch immer der Umstand bedacht werden, dass die ausführenden Mitarbeiter weiterhin ausreichende Freiheitgrade besitzen, die ein engagiertes Arbeiten ermöglichen (Stichwort: Adaptive Case Management). Und damit zeigt sich auch der Nutzen von ITIL: Alle die ITIL wirklich(!) verstanden haben und reden können, sind in der Lage problemlos (im Rahmen der ITIL-Begrifflichkeiten) zu kommunizieren und können sich so auf die Um- und Durchsetzung ihrer Ziele konzentrieren. Quintessenz: Richtig angewandt kann ITIL einen deutlichen Beitrag leisten, um die IT fit zu machen und sie so als Motor für bessere Geschäftsergebnisse zu positionieren. Mit ITIL ist der IT-Leitung ein Werkzeug an die Hand gegeben, dass sie (bei richtiger Anwendung; sprich Umsetzung) in die Lage versetzt als strategische Wirkkomponente im Unternehmen wahrgenommen zu werden. Das sollte doch jeden IT-Leiter (CIO) freuen! Gerd Bauer Business Service Consultant www.iXventiv.de zum Beitrag


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